Zitate von Karl Kraus

— Die besten Zitate (107), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Karl Kraus" (AT; Schriftsteller)

— Bekanntes Zitat:

Karl Kraus (* 28. April 1874 in Jičín, Böhmen; † 12. Juni 1936 in Wien) war ein österreichischer Schriftsteller.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Karl Kraus Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: AT) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Leute, die über den Wissensdurst getrunken haben, sind eine gesellschaftliche Plage.

Vielwisserei ist der Glaube, dass es bei der Tischlerarbeit auf die Gewinnung von Hobelspänen ankommt.

Kleine Stationen sind stolz darauf, dass die Schnellzüge an ihnen vorbeifahren müssen.

Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien.

Eine der verbreitetsten Krankheiten ist die Diagnose.

Künstler ist nur einer, der aus der Lösung ein Rätsel machen kann.

Das Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheit.

Nicht alles, was totgeschwiegen wird, lebt.

Man glaubt gar nicht, wieviel Hässlichkeit die angestrengte Beschäftigung mit der Schönheit erzeugt.

Ein Aphorismus braucht nicht wahr zu sein, aber er soll die Wahrheit überflügeln. Er muss mit einem Satz über sie hinauskommen.

Philosophie ist oft nicht mehr als der Mut, in einen Irrgarten einzutreten. Wer aber dann auch die Eingangspforte vergisst, kann leicht in den Ruf eines selbständigen Denkers kommen.

Man muss jedesmal so schreiben, als ob man zum ersten und zum letzten Male schriebe.

Bildung ist eine Krücke, mit der der Lahme den Gesunden schlägt, um zu zeigen, dass er auch bei Kräften ist.

Die deutsche Sprache ist die tiefste, die deutsche Rede die seichteste.

Da das Halten wilder Tiere gesetzlich verboten ist und die Haustiere mir kein Vergnügen machen, so bleibe ich lieber unverheiratet.

Als zum erstenmal das Wort »Friede« ausgesprochen wurde, entstand auf der Börse eine Panik. Sie schrien auf im Schmerz: Wir haben verdient! Lasst uns den Krieg! Wir haben den Krieg verdient!

Die Gedankenfreiheit haben wir. Jetzt brauchen wir nur noch die Gedanken.

Keine Grenze verlockt mehr zum Schmuggeln als die Altersgrenze.

Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Misstrauensvotum gegen den lieben Gott.

Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben.

Das Feigenblatt des Neides ist sittliche Entrüstung.

Als die christliche Nacht hereinbrach und die Menschheit auf Zehen zur Liebe schleichen musste, da begann sie sich dessen zu schämen, was sie tat.

Satiren, die der Zensor versteht, werden mit Recht verboten.

Bildung ist das, was die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben.

Die Welt ist ein Gefängnis, in dem Einzelhaft vorzuziehen ist.

Polemik soll den Gegner um seine Seelenruhe bringen, nicht ihn belästigen.

Der Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb.

Der Historiker ist nicht immer ein rückwärts gekehrter Prophet, aber der Journalist ist immer einer, der nachher alles vorher gewusst hat.

Der Scharfsinn der Polizei ist die Gabe, alle Menschen eines Diebstahls für fähig zu halten, und das Glück, daß sich die Unschuld mancher nicht erweisen lässt.

Der Übermensch ist ein verfrühtes Ideal, das den Menschen voraussetzt.

Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, daß er die Menschen schlechter machen kann.

Ein Feuilleton schreiben heißt auf einer Glatze Locken drehen.

Zum Teufel mit dem Geschwätz über die sexuelle Aufklärung der Jugend! Sie erfolgt noch immer besser durch den Mitschüler, der im Lesebuch das Wort »Horen« anstreicht, als durch den Lehrer, der die Sache als eine staatliche Einrichtung erklärt, die so wichtig sei und so kompliziert wie das Steuerzahlen.

Der Sport ist ein Sohn des Fortschritts, und er trägt schon auf eigene Faust zur Verdummung der Familie bei.

Die anständigen Frauen empfinden es als die größte Dreistigkeit, wenn man ihnen unter das Bewusstsein greift.

Die Menschheit verdummt zugunsten des maschinellen Fortschrittes, und wir sollten uns diesen nicht einmal zunutze machen?



— Karl Kraus (1874 - 1936) war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts.


— Kraus war als Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker und Dramatiker tätig. Zudem war er ein scharfer Kritiker der Presse und des Hetzjournalismus oder, wie er selbst es ausdrückte, der Journaille.

Der österreichischen Autor Stefan Zweig nannte Kraus einst "den Meister des giftigen Spotts".
Eines seiner wichtigsten Werke ist „Die letzten Tage der Menschheit“ (1919) eine „Tragödie in 5 Akten mit Vorspiel und Epilog“. In mehr als 200 nur lose zusammenhängenden Szenen, wird die Unmenschlichkeit und Absurdität des Krieges dargestellt.

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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
Sprüche und Zitate von bekannten Dramatikern, Lyrikern, Dichtern, Aphoristikern, Romanciers, etc.