Zitate von Stefan Zweig

— Die besten Zitate (66), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Stefan Zweig" (AT; Schriftsteller)

— Bekanntes Zitat:

Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach.

Stefan Zweig (* 28. November 1881 in Wien; † 23. Februar 1942 in Petrópolis, Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien) war ein österreichischer Schriftsteller.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Stefan Zweig Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: AT) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Nur der ganz Zerstückte kennt die Sehnsucht nach Vollendung. Nur der Getriebene erreicht die Unendlichkeit.

Die halbe Wahrheit ist nichts wert.

Wie wenige Menschen, auch die tapfersten, haben jemals den Mut, klar einzugestehen, ihre Anschauung von gestern sei Irrtum und Unsinn gewesen.

Es ist das Schicksal der Ungewöhnlichen, immer wieder den Hass der Menschen zu erregen.

Paradoxerweise habe ich in eben derselben Zeit, da unsere Welt im Moralischen zurückstürzte um ein Jahrtausend, dieselbe Menschheit im Technischen und Geistigen sich zu ungeahnten Taten erheben sehen, mit einem Flügelschlag alles in Millionen Jahren Geleistete überholend. Nie bis zu unserer Stunde hat sich die Menschheit als Gesamtheit teuflischer gebärdet und nie so Gottähnliches geleistet.

Erst das Leiden hat der Menschheit das Gefühl der Religion, den Gedanken eines Gottes erschaffen.

Nur wer Helles und Dunkles, Aufstieg und Niedergang erfahren hat, nur der hat wahrhaftig gelebt.

Es ist schöner, einen Menschen zu verstehen, als über ihn zu richten.

Kein Künstler ist während der ganzen vierundzwanzig Stunden seines täglichen Tages ununterbrochen Künstler; alles Wesentliche, alles Dauernde, das ihm gelingt, geschieht immer nur in den wenigen und seltenen Augenblicken der Inspiration.

Niemand ist fort, den man liebt. Liebe ist ewige Gegenwart.

Einer muss den Frieden beginnen wie den Krieg. (Quelle: Zweigs Bitte an Rathenau um Unterstützung für die Gründung eines Vermittlerkreises von Intellektuellen; 1914)

Klug sein hat noch nie einen Menschen an Dummheiten gehindert.

Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt.

Nichts hat das deutsche Volk – dies muss immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden – so erbittert, so hass wütig, so hitlerreif gemacht wie die Inflation.

Entscheidend für eine Idee ist nie, wie sie sich verwirklicht, sondern was sie an Wirklichkeit enthält.

Wer einmal sich selbst gefunden, der kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren. Wer einmal den Menschen in sich begriffen hat, der begreift alle Menschen.

Erst im Unglück weiß man wahrhaft, wer man ist. (Quelle: Marie Antoinette; 1932)

Jeder Glaube, der dem Geld oder der Macht dient, nimmt Schaden an seiner Seele.

Wer die Vergangenheit nicht versteht, versteht nichts wirklich.

Der Mensch in uns sagt: nur durch Trauer lebst du wahrhaft die Zeit, fühlst du den Krieg. Aber das Leben spricht: nur durch Freude erlöst du dich von der Zeit, besiegst du den Krieg.

Ungeduld ist Angst.

Gesundheit ist für den Menschen das Natürliche, Krankheit das Unnatürliche.

Am Tage, da ich meinen Pass verlor, entdeckte ich mit achtundfünfzig Jahren, dass man mit seiner Heimat mehr verliert als einen Fleck umgrenzter Erde.

Wer selbstständig denkt, denkt zugleich am besten und förderlichsten für alle.

Der Hass hat ein besseres Gedächtnis als die Liebe.

Die Geweihten sind gezeichnet.

Auch die Pause gehört zur Musik.

Nur der ist Prophet, dessen Hand die ewige Liebe aussäet, dessen Seele Flut ist von großem Erbarmen, dessen Seele Glut ist von allem warmen strömenden Blut, das unschuldig versprengt ist, und dessen Herz von unendlicher Liebe versengt ist!

Jede Krise ist ein Geschenk des Schicksals an den schaffenden Menschen.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, die Nachricht erregte keine besondere Aufmerksamkeit. (Über das Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajevo im Juni 1914)

Es muss einer den Frieden beginnen wie einer den Krieg.

Wozu lebt man, wenn der Wind hinter unserm Schuh schon die letzte Spur von uns wegträgt?

Wer sich Ziele setzt, geht am Zufall vorbei.

Nicht ungestraft gehen alle Menschen gleich angezogen, gehen alle Frauen gleich gekleidet, gleich geschminkt: Die Monotonie muss notwendig nach innen dringen… Unbewusst entsteht eine Gleichhaftigkeit der Seelen, eine Massenseele.

Keine sittliche Ordnung kann durch Gewalt erzwungen werden.

Ein Gedächtnis ist treu und zäh, was sich ihm einprägt, wird beständig nachgeprüft, nachdem es sich schon gewichtig bewies dadurch, dass es blieb.

Hans Dampf in allen Gassen hat kein Steckenpferd, aber er weiß auf jedem zu reiten, das man ihm zwischen die Beine schiebt.

Macht ist die geheimnisvollste Materie der Welt. Magnetisch zieht sie den einzelnen, suggestiv die Massen an.



— Stefan Samuel Zweig (1881 - 1942) war ein österreichischer Schriftsteller, Journalist und Biograph.


— Zweig entstammt einer wohlhabenden jüdischen Unternehmerfamilie, die allerdings nicht besonders religiös war.

Als junger Student der Philosophie schrieb er dann ab 1899 für das Feuilleton der „Neuen Freien Presse“, deren Redakteur Theodor Herzl war. Im Jahr 1904 wurde er mit einer Dissertation über „Die Philosophie des Hippolyte Taine“ zum Dr. phil. promoviert.
In den folgenden Jahren arbeitet er an eigenen Erzählungen und Essays als auch als Übersetzer der Werke Verlaines, Baudelaires und insbesondere Émile Verhaerens sowie als Journalist.

Zweig pflegte einen großbürgerlichen Lebensstil und reiste viel, unter anderem besuchte er 1910 Britisch- und Niederländisch-Indien sowie 1912 Amerika. Diese Reisen verschafften ihm immer wieder Kontakte zu anderen Schriftstellern und Künstlern, mit denen er oft lang anhaltende Korrespondenzen führte.

Eines seiner bekanntesten Werke „Sternstunden der Menschheit“ (1927) ist eine Sammlung von 14 historischen Begebenheiten, deren Auswirkungen die Geschichte der Menschheit verändert haben.

1928 bereiste er die Sowjetunion, wo seine Bücher auf Betreiben von Maxim Gorki, mit dem er im Briefwechsel stand, auf Russisch erschienen.

Als engagierter Intellektueller trat Stefan Zweig vehement gegen Nationalismus und Revanchismus ein und warb für die Idee eines geistig geeinten Europas.
Im März 1933 kam die Verfilmung seiner Novelle „Brennendes Geheimnis“ (1911) in die Kinos. Da der Titel in Hinblick auf den Reichstagsbrand viel Anlass zu Spott bot, wurden weitere Aufführungen des Films verboten.
Die Werke von Zweig wurden auf die Liste der Bücherverbrennungen gesetzt und er selbst wurde 1935 in die Liste verbotener Autoren aufgenommen.
Nach einer Hausdurchsuchung stieg er im Februar 1934 in einen Zug, emigrierte nach London und nahm zu Beginn des Zweiten Weltkrieges die britische Staatsbürgerschaft an.

Sein einziger vollendeter Roman „Ungeduld des Herzens“ (1939) ist inspiriert von großen Vorbildern wie Balzac und folgt dabei der Erzähltradition der Wiener Schule – allen voran Arthur Schnitzler. Die Hauptpersonen sind einem dämonischen Zwang unterworfen, der sie aus der hergebrachten Ordnung ihres Lebens reißt. Deutlich ist hier der Einfluss von seinem Freund Sigmund Freud erkennbar.

Er verließ Großbritannien aus Furcht, die Engländer könnten keinen Unterschied zwischen Österreichern und Deutschen machen und ihn dann als „Enemy Alien“ (feindlicher Ausländer) internieren. Über die Stationen New York, Argentinien und Paraguay gelangte er im Jahr 1940 schließlich nach Brasilien, einem Land, das ihm früher eine triumphale Begrüßung bereitet hatte und für das er eine permanente Einreiseerlaubnis besaß.

In der Nacht vom 22. zum 23. Februar 1942 nahm sich Stefan Zweig in Petrópolis mit einer Überdosis Barbital das Leben. Seine zweite Ehefrau (seit 1939), Charlotte Altmann, folgte ihm in den Tod.

Posthum erschien seine Autobiografie „Die Welt von Gestern - Erinnerungen eines Europäers“ (1942) die in den letzten Jahren (von 1939 bis 1941) seines Exils entstanden war.

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