Zitate von Theodor W. Adorno

— Die besten Zitate (53), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Theodor W. Adorno" (DE; Philosoph)

— Bekanntes Zitat:

Theodor W. Adorno (* 11. September 1903 in Frankfurt am Main; † 6. August 1969 in Visp, Schweiz) war ein deutscher Philosoph, Soziologe, Musikphilosoph und Komponist.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Theodor W. Adorno Zitate (Berufsgruppe: Philosoph / Land: DE) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Rat an Intellektuelle: lasse dich nicht vertreten.

Liebe ist die Fähigkeit, Ähnliches an Unähnlichem wahrzunehmen.

Der Splitter in deinem Auge ist das beste Vergrößerungsglas.

Sucht einer dem Regenbogen ganz nahe zu kommen, so verschwindet dieser.

Fun ist ein Stahlbad. Die Vergnügungsindustrie verordnet es unablässig. Lachen in ihr wird zum Instrument des Betrugs am Glück.

Wahr sind nur die Gedanken, die sich selber nicht verstehen.

Die Welt aber im Ich zu gestalten, ist der Sinn des Lebens. Nur durch die Gestaltung der Welt wird das Ich zur Persönlichkeit. (Quelle: Abituraufsatz; 1921)

Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen.

Philosophie zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Widersprüchlichkeit des Menschen uneingeschränkt zur Darstellung bringt.

„Wir“ sagen und „Ich“ meinen ist eine von den ausgesuchtesten Kränkungen.

Der Mechanismus der Reproduktion des Lebens, seiner Beherrschung und seiner Vernichtung ist unmittelbar der gleiche, und demgemäß werden Industrie, Staat und Reklame fusioniert.

Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.

Nur der liebt, der die Kraft hat, an der Liebe festzuhalten. (Nicht: „Nur der lebt …“)

Astrologie fängt jene ein, die, von der Fassade unbefriedigt, nach dem Wesen tasten, ohne noch kritisch sich anstrengen zu wollen oder zu können.

Ein Deutscher ist ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben.

Es gibt kein richtiges Leben im falschen. (Quelle: Minima Moralia; 1951)

Die rastlose Selbstzerstörung der Aufklärung zwingt das Denken dazu, sich auch die letzte Arglosigkeit gegenüber den Gewohnheiten und Richtungen des Zeitgeistes zu verbieten. (Quelle: Dialektik der Aufklärung; 1944)

Leben, das Sinn hätte, fragte nicht danach. (Quelle: Negative Dialektik; 1966)

Kunstwerke, die der Betrachtung und dem Gedanken ohne Rest aufgehen, sind keine.

Die metaphysischen Interessen der Menschen bedürften der ungeschmälerten Wahrnehmung ihrer materiellen. Solange diese ihnen verschleiert sind, leben sie unterm Schleier der Maja. Nur wenn, was ist, sich ändern lässt, ist das, was ist, nicht alles.

Wer denkt, ist nicht wütend.

Okkultismus ist die Metaphysik der dummen Kerle.

Jedes Kunstwerk ist eine abgedungene Untat.

Unter den gegebenen Verhältnissen werden die Glücksgüter selbst zu Elementen des Unglücks.

Der Distanzierte bleibt so verstrickt wie der Betriebsame; vor diesem hat er nichts voraus als die Einsicht in seine Verstricktheit und das Glück der winzigen Freiheit, die im Erkennen als solchem liegt.

Es gibt aus der Verstricktheit keinen Ausweg.

Jeder Mensch heute, ohne jede Ausnahme, fühlt sich zu wenig geliebt, weil jeder zu wenig lieben kann.

Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung.

Kunst und Philosophie konvergieren in deren Wahrheitsgehalt.

Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.

Langeweile ist der Reflex auf das objektive Grau … Langeweile ist objektive Verzweiflung.

Gesundheit? Was nützt einem die Gesundheit, wenn man ansonsten ein Idiot ist.

In den Bewegungen, welche die Maschinen von den sie Bedienenden verlangen, liegt schon das Gewaltsame, Zuschlagende, stoßweise Unaufhörliche der faschistischen Misshandlungen.

Das Glück, das im Auge des Denkenden aufgeht, ist das Glück der Menschheit. (Quelle: Kulturkritik und Gesellschaft; 1951)

Klassifikation ist Bedingung von Erkenntnis, nicht sie selbst, und Erkenntnis löst die Klassifikation wiederum auf.

Der Antisemitismus ist das „Gerücht über die Juden.“

Kunst ist das Versprechen des Glücks, das gebrochen wird.

Der Bürger wünscht die Kunst üppig und das Leben asketisch; umgekehrt wäre es besser.

Der weibliche Charakter und das Ideal der Weiblichkeit, nach dem er modelliert ist, sind Produkte der männlichen Gesellschaft.

Kunst ist nicht, wie der Idealismus glauben machen wollte, Natur, aber will einlösen, was Natur verspricht.

Dialektik ist, als philosophische Verfahrungsweise, der Versuch, mit dem ältesten Medium der Aufklärung, der List, den Knoten der Paradoxie zu entwirren. Nicht zufällig war das Paradoxon seit Kierkegaard die Verfallsform von Dialektik. Dialektische Vernunft folgt dem Impuls, den Naturzusammenhang und seine Verblendung, die im subjektiven Zwang der logischen Regeln sich fortsetzt, zu transzendieren, ohne ihre Herrschaft ihm aufzudrängen: ohne Opfer und Rache.

Astrologie ist Aberglaube aus zweiter Hand.

Wiederzukehren vermag Tradition einzig in dem, was unerbittlich ihr sich versagt.

Alles Mitmachen, alle Menschlichkeit von Umgang und Teilhabe ist bloße Maske fürs stillschweigende Akzeptieren des Unmenschlichen.

Kunst ist die gesellschaftliche Antithesis zu Gesellschaft, nicht unmittelbar aus dieser zu deduzieren.

Erster und einziger Grundsatz der Sexualethik: Der Ankläger hat immer Unrecht.

Kunst will das, was noch nicht war, doch alles, was sie ist, war schon. (Quelle: Ästhetische Theorie; 1970)

Das Ganze ist das Unwahre.

Anstelle der wirklichen Anstrengung und Arbeit des Begriffs, die ein alter Hegelianer wie Bloch doch weiß Gott schwer zu nehmen hätte, ist das Buch wie ein reißendes Gewässer, in dem alles mögliche Zeug, vor allem Konservenbüchsen, herumschwimmt, überreich an einem teilweise übrigens etwas apokryphen Stoff, aber arm einfach an geistigem Gehalt. (Über Ernst Bloch und sein Werk "Das Prinzip Hoffnung")

Engagement ist vielfach nichts als Mangel an Talent oder an Anspannung, Nachlassen der Kraft.

Wer hart gegen sich ist, der erkauft sich das Recht, hart auch gegen andere zu sein, und rächt sich für den Schmerz, dessen Regungen er nicht zeigen durfte.



— Theodor W. Adorno (1903 - 1969) war ein deutscher Philosoph und Soziologe.


— Adorno (eigentlich Theodor Ludwig Wiesengrund) zählt mit seinem langjährigen Freund Max Horkheimer zu den führenden Mitglieder der „Frankfurter Schule“ der Kritischen Theorie, deren Arbeit mit Denkern wie Ernst Bloch, Walter Benjamin und Herbert Marcuse in Verbindung gebracht wurde.

Die Werke von Freud, Marx und Hegel lieferten dieser Gruppe von Denkern essentielle Ansätze für eine Kritik der modernen Gesellschaft. Adorno gilt allgemein als einer der führenden Denker des 20. Jahrhunderts auf dem Gebiet der Ästhetik und Philosophie sowie als einer seiner herausragenden Essayisten.

Als Kritiker des Faschismus und seiner Kulturindustrie beeinflussten seine Schriften - wie „Dialektik der Aufklärung“ (1947), „Minima Moralia“ (1951) und „Negative Dialektik“ (1966) - die Europäische Neue Linke fundamental.

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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Philosoph") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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