Zitate von Walter Benjamin

— Die besten Zitate (61), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Walter Benjamin" (DE; Philosoph)

— Bekanntes Zitat:

In den Gebieten, mit denen wir es zu tun haben, gibt es Erkenntnis nur blitzhaft. Der Text ist der langanhaltende Donner.

Walter Benjamin (* 15. Juli 1892 in Charlottenburg; † 26. September 1940 in Portbou, Katalonien) war ein deutscher Philosoph, Kulturkritiker und Übersetzer.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Walter Benjamin Zitate (Berufsgruppe: Philosoph / Land: DE) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Die Maske des Erwachsenen heißt „Erfahrung“’.

In Wirklichkeit ist es doch sehr schön, wenn man eine Hauptstadt hat, auf die man ein bisschen schimpfen kann.

Die Entschälung des Gegenstandes aus seiner Hülle, die Zertrümmerung der Aura, ist die Signatur einer Wahrnehmung, deren „Sinn für das Gleichartige in der Welt“ so gewachsen ist, dass sie es mittels der Reproduktion auch dem Einmaligen abgewinnt.

Das Leben ist Bewegung, und diese Bewegung dirigiert von dem, was den Menschen bewegt: Ehrgeiz, Macht, Vergnügen.

Jede Mitteilung geistiger Inhalte ist Sprache.

Die Einzigartigkeit des Kunstwerks ist identisch mit seinem Eingebettetsein in den Zusammenhang der Tradition.

Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.

Der Konformismus, der von Anfang an in der Sozialdemokratie heimisch gewesen ist, haftet nicht nur an ihrer politischen Taktik, sondern auch in ihren ökonomischen Vorstellungen. Er ist eine Ursache des späteren Zusammenbruchs.

Alle Bemühungen um die Ästhetisierung der Politik gipfeln in einem Punkt. Dieser eine Punkt ist der Krieg.

Zitate in meiner Arbeit sind wie Räuber am Weg, die bewaffnet hervorbrechen und dem Müßiggänger die Überzeugung abnehmen.

Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben.

Die Art und Weise, in der die menschliche Sinneswahrnehmung sich organisiert - das Medium, in dem sie erfolgt - ist nicht nur natürlich, sondern auch geschichtlich bedingt.

Jenes gedachte, innerste Verhältnis der Sprachen ist aber das einer eigentümlichen Konvergenz. Es besteht darin, dass die Sprachen einander nicht fremd, sondern a priori und von allen historischen Beziehungen abgesehen einander in dem verwandt sind, was sie sagen wollen.

Bücher und Dirnen kann man ins Bett nehmen. (Quelle: Einbahnstraße; 1928)

Es hat keine Epoche gegeben, die sich nicht im exzentrischen Sinne "modern" fühlte und unmittelbar vor einem Abgrund zu stehen glaubte.

Die Hochschule ist eben der Ort nicht, zu studieren.

Jede Epoche hat diese Träumen zugewandte Seite, die Kinderseite.

Der Ernährer aller Menschen ist Gott und der Staat ihr Unterernährer.

Wir hasten vorbei. Aber wir werden an jeder Ecke von neuem stutzen, denn immer hat der südliche Händler den Bettlermantel so um sich geschlagen, dass mit tausend Augen das Schicksal uns daraus ansieht.

Aller Boden musste einmal von der Vernunft urbar gemacht, vom Gestrüpp des Wahns und des Mythos gereinigt werden.

In dem Traum, in dem jeder Epoche die ihr folgende in Bildern vor Augen tritt, erscheint die letztere vermählt mit Elementen der Urgeschichte, das heißt einer klassenlosen Gesellschaft.

Indem die Panoramen in der dargestellten Natur täuschend ähnliche Veränderungen hervorzubringen trachten, weisen sie über die Photographie auf Film und Tonfilm voraus.

Ein Autor, der die Schriftsteller nichts lehrt, lehrt niemanden.

Das verzweifelt helle Bewusstsein, inmitten einer entscheidenden Krisis zu stehen, ist in der Menschheit chronisch.

Wir sind sehr arm an Schwellenerfahrungen geworden. Das Einschlafen ist vielleicht die einzige, die uns geblieben ist. (Aber damit auch das Erwachen.)

Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen.

Glücklich sein heißt, ohne Schrecken seiner selbst innewerden können.

Die Kunst ist ein Verbesserungsvorschlag an die Natur, ein Nachmachen, dessen verborgenes Innere ein Vormachen ist.

Der Begriff des Fortschritts ist in der Idee der Katastrophe zu fundieren. Dass es ›so weiter‹ geht, ist die Katastrophe.

Gaben müssen den Beschenkten so tief treffen, dass er erschrickt.

Der Traum wartet heimlich auf das Erwachen.

Kinder, wenn sie sich Geschichten ausdenken, sind Regisseure, die sich vom ›Sinn‹ nicht zensieren lassen.

Was teilt die Sprache mit? Sie teilt das ihr entsprechende geistige Wesen mit. Es ist fundamental zu wissen, dass dieses geistige Wesen sich in der Sprache mitteilt und nicht durch die Sprache.

Geschichte schreiben heißt, Jahreszahlen ihre Physiognomie geben.

Erinnerung und Erwachen sind aufs engste verwandt. Erwachen ist nämlich die dialektische, kopernikanische Wendung des Eingedenkens.

In der Liebe suchen die meisten ewige Heimat. Andere, sehr wenige aber, das ewige Reisen.

Es ist von jeher eine der wichtigsten Aufgaben der Kunst gewesen, eine Nachfrage zu erzeugen, für deren volle Befriedigung die Stunde noch nicht gekommen ist.

Brüchig sind auch Spiegel.

Dieser linke Radikalismus ist genau diejenige Haltung, der überhaupt keine politische Aktion mehr entspricht. Er steht links nicht von dieser oder jener Richtung, sondern ganz einfach links vom Möglichen überhaupt. Denn er hat ja von vornherein nichts anderes im Auge als in negativistischer Ruhe sich selbst zu genießen.



— Walter Bendix Schoenflies Benjamin (1892 - 1940) war ein deutscher Philosoph, Übersetzer und Kulturkritiker.


— Benjamin gilt als eklektischer Denker, der Elemente des deutschen Idealismus, der Romantik, des westlichen Marxismus und der jüdischen Mystik vereint. Er leistete nachhaltige und einflussreiche Beiträge zur ästhetischen Theorie, zur Literaturkritik und zum historischen Materialismus.
Er war mit der Frankfurter Schule (u.a. Theodor W. Adorno) verbunden und pflegte auch prägende Freundschaften mit Denkern wie dem Dramatiker Bertolt Brecht und dem Kabbala-Wissenschaftler Gershom Scholem.
Durch die Heirat seines Cousin Günther Anders mit der deutschen Politologin Hannah Arendt war er auch mit deren Familie und Freundschaftskreis verbunden.

Zu Benjamins bekanntesten Werken gehören die Aufsätze „Die Aufgabe des Übersetzers“ (1923), „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ (1936) und „Über den Begriff der Geschichte“ (1940).
Sein Hauptwerk als Literaturkritiker umfasst Aufsätze über Baudelaire, Goethe, Kafka, Kraus, Leskov, Proust, Walser und Übersetzungstheorie.

1940, im Alter von 48 Jahren, starb Benjamin durch Selbstmord in Portbou an der französisch-spanischen Grenze, als er versuchte, der Invasion der Nazis zu entkommen. Allerdings gibt es Zweifel an der Selbstmordtheorie.

Aauch wenn ihm der Beifall der Öffentlichkeit während seines Lebens entging, gewann sein Werk posthum an Ansehen.

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