Zitate von Christian Morgenstern

— Die besten Zitate (113), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Christian Morgenstern" (DE; Schriftsteller)

— Bekanntes Zitat:

In dem Maße, wie der Wille und die Fähigkeit zur Selbstkritik steigen, hebt sich auch das Niveau der Kritik an anderen.

Christian Morgenstern (* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Untermais, Tirol, Österreich-Ungarn) war ein deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Christian Morgenstern Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: DE) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Es gibt Menschen, deren einmalige Berührung mit uns für immer den Stachel in uns zurücklässt, ihrer Achtung und Freundschaft wert zu bleiben.

Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.

Es gibt kaum eine größere Enttäuschung,
als wenn Du mit einer recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst.

Wünsche sind wie kleine Kinder...
Je mehr wir ihnen nachgeben,
um so anspruchsvoller werden sie.

Vorsicht und Misstrauen sind gute Dinge,
nur sind auch ihnen gegenüber Vorsicht und Misstrauen nötig.

Wer vom Ziel nichts weiß, kann den Weg nicht haben, wird im selben Kreis all sein Leben traben...

Wenn ich etwas an Christus verstehe, so ist es das: »Und er entwich vor ihnen in die Wüste«.

Ein Hase sitzt auf einer Wiese,
des Glaubens, niemand sähe diese.
Doch im Besitze eines Zeißes
betrachtet voll gehaltnen Fleißes
vom vis-à-vis gelegnen Berg
ein Mensch den kleinen Löffelzwerg.
Ihn aber blickt hinwiederum
ein Gott von fern an, mild und stumm.

Gedicht: Vice Versa (1905).

Einander kennenlernen, heißt lernen, wie fremd man einander ist.

Den Charakter eines Menschen erkennt man an den Scherzen, die er übelnimmt.

Die meisten wissen gar nicht, was sie für ein Tempo haben könnten, wenn sie sich nur einmal den Schlaf aus den Augen rieben.

Laß die Moleküle rasen,
was sie auch zusammenknobeln!
Laß das Tüfteln, laß das Hobeln,
heilig halte die Ekstasen.

Gedicht: Zum Geleit; Aus: Galgendichtung

Wir sind geborene Polizisten. Was ist Klatsch anderes als die Unterhaltung von Polizisten ohne Exekutivgewalt.

Ich habe sehr sichere Instinkte, aber nicht die Gabe, eingehend zu begründen, zu erklären.
Die Mehrzahl der Heutigen hat umgekehrt die Gabe des Begründens und Erklärens in hohem Maße, aber dafür keine innere Direktion. Es ist unendlich quälend, die Berechtigung seines Urteils immer wieder aufs neue beweisen zu sollen.

Ihr anderen werdet sicherer immerdar.
Ich werde fragender von Jahr zu Jahr.

Wie süß ist alles erste Kennenlernen. Du lebst so lange nur als du entdeckst.

Die Hälfte allen Unglücks – vom gröbsten bis zum feinsten – geht auf Unwissenheit oder Denkfehler zurück, gewollte oder ungewollte Ungeistigkeit.

Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen wähnen, wenn jemand eine Meinung ausspricht.

Die Zaghaftigkeit – wo Gutes gewollt wird – ist zu nichts nütze. Sie ist nur die Quelle immer weiterer Schwäche und damit immer weiterer Misserfolge.

Nur durch Schaden werden wir klug - Leitmotiv der ganzen Evolution. Erst durch unzählige, bis ins Unendliche wiederholte leidvolle Erfahrungen lernt sich das Individuum zum Meister über sein Leben empor. Alles ist Schule.

Ihr wollt meinen Platz wissen? Überall, wo gekämpft wird!

Brenne durstig himmelan!
Brenne stumm hinab! Doch – brenne!
Daß dein Los von dem sich trenne,
Der sich nicht verschwenden – kann.
Laß ihm seine Angst und Not!
Du verstehe nur den – Tod.

Vom höchsten Ordnungssinn ist es nur ein Schritt zur Pedanterie.

Mein Hang zum philosophischen Nachdenken beruht auf der einfachen Grundlage, dass ich über das kleinste Stück Natur irgendwelcher Art in höchste Verwunderung geraten kann.

Als ob Kunst nicht auch Natur wäre und Natur Kunst!

Glaube mir, dass eine Stunde der Begeisterung mehr gibt, als ein Jahr gleichmäßig und einförmig dahinziehenden Lebens.

Einen Krieg beginnen heißt nichts weiter, als einen Knoten zerhauen, statt ihn aufzulösen.

Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.

Jeder Mensch ist ein neuer Versuch der Natur, über sich ins Reine zu kommen.

Ein Kunstwerk schön finden heißt, den Menschen lieben, der es hervorbrachte.

Wer sich selbst treu bleiben will, kann nicht immer anderen treu bleiben. (Thema Konflikt)

Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.

Die Weltanschauungen mancher Menschen gleichen lächelnden Festungen.

Es ist merkwürdig, daß ein mittelmäßiger Mensch oft vollkommen recht haben kann und doch nichts damit durchsetzt.

Was ist das erste, wenn Herr und Frau Müller in den Himmel kommen? Sie bitten um Ansichtskarten.



— Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern (1871 - 1914) war ein deutscher Dichter und Übersetzer.


— Christian Morgenstern wurde 1871 in München geboren und zog 1894 nach Berlin. Dort begegnete er 1908 Margareta Gosebruch von Liechtenstern; die beiden waren seitdem ein Paar und die Heirat fand 1910 statt. In Berlin lernte er 1909 auch Rudolf Steiner kennen und zwischen beiden entwickelte sich eine enge und dauerhafte Freundschaft.

Morgensterns Gedichte, von denen viele der „Komischen Lyrik“ zugeordnet werden, sind immens populär, obwohl er zu seinen Lebzeiten sehr wenig Erfolg hatte. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die „Galgenlieder“ (1905) die nach seinem Tod erneut in einer erweiterten Edition als „Alle Galgenlieder“ (1932) herausgegeben wurden.

Seit dem Frühjahr 1911 plagten Morgenstern massive gesundheitliche Probleme und er besuchte mehrere Krankenhäuser und Sanatorien in halb Europa.
Er erlag seinen Krankheiten in Meran (Südtirol) am 31. März 1914 und die Leiche wurde am 4. April in Basel eingeäschert. Die Urne hob Rudolf Steiner auf, bis sie im neuen Goetheanum aufgestellt wurde. Seit 1992 ist die Urne auf dem Goetheanum-Gelände beigesetzt.

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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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