Zitate von Ludwig Marcuse

— Die besten Zitate (52), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Ludwig Marcuse" (US; Schriftsteller)

— Bekanntes Zitat:

Originelle Formulierungen sind noch nicht originelle Einsichten.

Ludwig Marcuse (* 8. Februar 1894 in Berlin; † 2. August 1971 in Bad Wiessee) war ein deutscher Philosoph und Schriftsteller.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Ludwig Marcuse Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: US) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Ein Friedlicher ist einer, der sich totschießen lässt, um zu beweisen, dass der andere ein Aggressor gewesen ist.

Aufwendige Formulierungen helfen nicht gegen abgedroschene Begriffe.

Versuch einer Definition Deutschlands: Nur auf der Autobahn weicht man nicht aus.

Marx hat das Glück, für das seine Lehre gemacht ist, so gründlich verschwiegen, dass viele seiner Anhänger "Glück" (unter dem Taufnamen "kulinarisch") für eine konterrevolutionäre Vokabel halten.

Zukunft ist die Ausrede derer, die Vergangenheit und Gegenwart zu verbergen trachten.

Brauchbarkeit wiegt schwerer als Begabung, vielleicht nicht vor Gott, aber vor dem Personalchef.

Ein Philosoph ist, unter anderem, auch ein Mann, der nie um Argumente verlegen ist.

Aufklärung: Die Vernunft macht immer heller, in welchem Dunkel wir leben.

Wissenschaft steht im Dienste eines Ideals oder im Dienste einer herrschenden Gruppe.

Demut soll nie etwas anderes sein als die Verneinung von Hochmut. Sonst wird sie Kleinmut.

Nur wer im Wohlstand lebt, schimpft auf ihn.

Nicht alle Sterne lernten wir durch Aufblicken kennen. Mit manchen waren wir auf Du und Du, bis wir merkten, daß sie Sterne sind.

Wer bereut, hat die Chance, daß er eine Gegenwart haben wird, deren er sich in Zukunft nicht ganz so sehr zu schämen braucht.

Und was ist nicht die geheime Diplomatie? Man sieht, wie die Partner ins Konferenzzimmer gehen und wieder herauskommen - und man erfährt das Resultat: zum Beispiel, daß beide friedliebend sind.

Ein Führer entsteht nur, wenn eine Gefolgschaft bereits da ist.

Der Elfenbeinturm ist heute überfüllt mit Aktivisten. Sie sitzen dort aktiv.

Zynismus kann ein Präludium echter Moral sein.

Der Abenteurer ist unentbehrlich, das wird allerdings erst erkannt, wenn sich herausstellt, dass er Amerika entdeckt hat.

Denken ist eine Anstrengung, Glauben ein Komfort.

Trost und Rat sind oft die Abwehr eines Nichtbetroffenen gegen das Leid eines Betroffenen.

In Kants Jahren konnte der Aufklärer nicht aufklären, weil man ihn nicht ließ, zu unserer Zeit nicht, weil man ihn nicht liest.

Wie mutig man ist, weiß man immer erst nachher.

Es ist immer die Leistung, die bestimmt, wer zur Elite zählt.

Intellektuelle sind seltener wohlwollend gegeneinander als Einheimische gegen Gastarbeiter.

Ironie ist keine Waffe, sondern eher ein Trost der Ohnmächtigen.

Du solltest nicht vor einem Argument in die Knie brechen! Auch wenn es überzeugt. Es beweist nichts!

Die Zeit heilt nicht alles; aber sie rückt vielleicht das Unheilbare aus dem Mittelpunkt.

Der Glaube an das Gedruckte ist seit Gutenberg einer der mächtigsten Aberglauben dieser Welt.

Hochmut kommt vor dem Fall. Nicht so sehr vor dem Fall - wie vor dem Erfolg.

Man stirbt, wie man lebte; das Sterben gehört zum Leben, nicht zum Tod.

Die meisten Definitionen sind Konfessionen.

Mein Glück - das kann nur meine Schöpfung sein, die niemand mir abnehmen kann. Glücklichsein ist eine Kunst, wie man seit je weiß. Um ein Künstler zu werden braucht man Begabung, Fleiß und Vorbilder. Um ein Glücklicher zu werden braucht man dasselbe. Wer ein Glücks-Rezept verlangt, ähnelt einem Mann, der ein Dicht-Rezept verlangt. Begabung und Bemühung muss jeder von sich aus mitbringen. Doch kann er deshalb noch nicht auf die Vorbilder verzichten.

Man nehme an, man sei zu einer Gesellschaft geladen, die sowohl eine höchst anregende Unterhaltung als auch viel guten Wein verspricht. Man nehme weiter an, dass man sowohl guten Wein liebe als auch gute Unterhaltung. Schließlich noch, dass der Wein einen nicht anregt, sondern müde macht - und so die Freude am Gespräch verdirbt. Da entscheidet man sich denn, wenn man das Gespräch vorzieht, zu einem wenig schönen Verzicht: man trinkt nicht. Auf solch einer Askese ist das Glück der Epikuräer erbaut. Es ist nicht der Verzicht auf Glück - sondern der Verzicht auf ein Glück für ein anderes, das einen glücklicher macht.

Die Unwahrheiten liegen oft nicht in dem, was man sagt, sondern in dem, was man nicht sagt.

Du solltest dir mit gutem Gewissen widersprechen.

Besser ein anregender Pornograph als ein mausetoter Klassiker.

Man kann auch jemand damit schaden, dass man ihn für Leistungen preist, die er nicht vollbracht hat.

Jugendgefährdend heißt: Die Alten sind so gefährdet, dass sie sich hinter der Jugend verstecken müssen.

Man arbeitet zunächst aus Notwendigkeit oder Lust, dann vielleicht nur, weil man es sich angewöhnt hat. Name dafür: Arbeitsbesessenheit.

Es wäre nicht so schlimm zu altern, wenn alle ersten Lieben in ewiger Jugend blühten.

Die Medizinen gegen Unglück sind bitter in allen Apotheken - selbst bei den Epikuräern.

Die große Mode ist jetzt pessimistischer Optimismus: Es ist zwar alles heilbar, aber nichts heil.

Viele entdecken erst bei Aussprachen zwecks Beseitigung kleiner Missverständnisse, dass sie Todfeinde sind.

Nietzsche wurde der größte Pechvogel der Philosophie-Geschichte. Er wurde von Analphabeten nicht nur in ihr Deutsch übersetzt, auch in ihre Wirklichkeit.

Mut ist nur daran zu messen, wen man und wen man nicht auf seiner Seite hat.

Viele Rezensenten können schreiben, aber nicht lesen.

Schopenhauer bleibt ein Denker für Stunden der Niederlagen;
für Jünglinge, die zermürbt von zerstörten Illusionen ohnmächtig hochwollen;
für Greise, welche die Flucht der letzten, übriggebliebenen Märchen nicht mehr aufhalten können.

Er wurde nicht aus dem Leben gerissen, als er starb.

Neu - das ist in der Regel nur das, was einer Generation neu vorkommt.

Der gesunde Menschenverstand ist oft eine der ungesundesten Verständnislosigkeiten.

Nur wer bescheiden ist, wird nicht aufgeben.



— Ludwig Marcuse (1894 - 1971) war ein deutscher Philosoph und Schriftsteller jüdischer Herkunft mit amerikanischer Staatsbürgerschaft.


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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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