Zitate von Max Frisch

— Die besten Zitate (48), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Max Frisch" (CH; Schriftsteller)

— Bekanntes Zitat:

Max Frisch (* 15. Mai 1911 in Zürich; † 4. April 1991 ebenda) war ein Schweizer Schriftsteller und Architekt.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Max Frisch Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: CH) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält. (Quelle: Mein Name sei Gantenbein, 1964)

Erfolg verändert den Menschen nicht. Er entlarvt ihn.

Ein Schauspieler kann vielleicht dumm und groß sein; ein Dichter, fürchte ich, kann beides nicht vereinen.

Geist ist die Voraussetzung der Langeweile.

Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!

Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur.

Mancher hält sich für einen Frauenkenner, weil er jeder Frau gegenüber jedesmal denselben Fehler macht.

Warum ist in einer Demokratie der Großteil des Volksvermögens in den Händen einer Minderheit, und warum glaubt die Mehrheit an der Macht zu sein?

Wir können das Arsenal der Waffen nicht aus der Welt schreiben, aber wir können das Arsenal der Phrasen, die man hüben und drüben zur Kriegsführung braucht, durcheinanderbringen.

Es ist eine Resignation, aber eine kombattante Resignation, was uns verbindet, ein individuelles Engagement an die Wahrhaftigkeit, der Versuch, Kunst zu machen, die nichtnational und nicht international, sondern mehr ist, nämlich ein immer wieder zu leistender Bann gegen die Abstraktion, gegen die Ideologie und ihre tödlichen Fronten, die nichtbekämpft werden können mit dem Todesmut des einzelnen; sie können nur zersetzt werden durch die Arbeit jedes einzelnen an seinem Ort. (Quelle: Rede von Max Frisch im Jahre 1958 als er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wurde.)

Der Techniker als letzte Ausgabe des weissen Missionars, Industrialisierung als letztes Evangelium einer sterbenden Rasse, Lebensstandard als Ersatz für Lebenssinn. (Quelle: Homo Faber)

Wir könnten Menschen sein, einst waren wir schon Kinder. (Quelle: Bin oder die Reise nach Peking)

Man kann auch eitel sein auf seine Bescheidenheit. (Quelle: Tagebuch)

Worte verbinden nur, wo unsere Wellenlängen längst übereinstimmen.

Muße und Wohlleben sind unerlässliche Voraussetzungen aller Kultur.

Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben.

Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich.

Kein Mensch, wenn er die Welt sieht die sie ihm hinterlassen, versteht seine Eltern.

Unsere Meinung, daß wir das andere kennen, ist das Ende der Liebe, jedesmal, aber Ursache und Wirkung liegen vielleicht anders, als wir anzunehmen versucht sind - nicht weil wir das andere kennen, geht unsere Liebe zu Ende, sondern umgekehrt:

weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns.

Zu jeder Kommunikation gehört das Wohlwollen des anderen.

Verhältnis von Lebensalter und Unwissen: Welche mathematische Kurve ergibt das? Trotz Zuwachs an Wissen schnellt die Kurve mit dem Lebensalter: das Unwissen wird unendlich.

Toleranz ist immer das Zeichen. dass sich eine Herrschaft als gesichert betrachtet.

Die Würde des Menschen besteht in der Wahl.

Wenn man einmal mächtig ist, gewinnt man keine Freunde mehr.

Fragwürdig wie alles, was wir treiben, ist auch die Selbstkritik. Ihre Wonne besteht darin, dass ich mich scheinbar über meine Mängel erhebe, indem ich sie ausspreche und ihnen dadurch das Entsetzliche nehme, das zur Veränderung zwingen würde ...

Du sollst dir kein Bildnis machen von Gott, deinem Herrn, und nicht von den Menschen, die seine Geschöpfe sind. Auch ich bin schuldig geworden damals. Ich wollte ihm mit Liebe begegnen, als ich gesprochen habe mit ihm. Auch ich habe mir ein Bildnis gemacht von ihm, auch ich habe ihn gefesselt, auch ich habe ihn an den Pfahl gebracht.

Blinder als blind ist der Ängstliche.

Das klare Todesbewusstsein von früh an trägt zur Lebensfreude, zur Lebensintensität bei. Nur durch das Todesbewusstsein erfahren wir das Leben als Wunder.

Warum reisen wir? Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, dass sie uns kennen ein für allemal; damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei - Es ist ohnehin schon wenig genug.

Feministinnen sind Frauen, die dem Mann nicht vorspielen, dass sie auf eine Enträtselung durch den Mann warten.

Die Frau ist ein Mensch, bevor man sie liebt, manchmal auch nachher; sobald man sie liebt, ist sie ein Wunder.

Schauspieler lassen sich nur führen, wenn du in ihnen das Bedürfnis erwecken kannst, dir persönlich zu gefallen.
Das erotische Bedürfnis. Das ist meistens die einzige Antenne, die sie haben.

Wenn man jederzeit auf unserer Stirne lesen könnte, wo unsere Gedanken sind - kein Mensch möchte mit uns die Gegenwart teilen.

Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.

Eine Frau auf Händen zu tragen, ist die gefährlichste Methode, mit einer Frau umzugehen.

Alltag ist nur durch Wunder erträglich.

Das Bewusstsein unserer Sterblichkeit ist ein köstliches Geschenk, nicht die Sterblichkeit allein, die wir mit den Molchen teilen, sondern unser Bewusstsein davon. Das macht unser Dasein erst menschlich.

Wenn ich beten könnte, so würde ich darum beten müssen, dass ich aller Hoffnung, mir zu entgehen, beraubt werde. Gelegentliche Versuche, zu beten, scheitern aber gerade daran, dass ich hoffe, durch Beten irgendwie verwandelt zu werden, meiner Ohnmacht zu entgehen, und sowie ich erfahre, dass dies nicht der Fall ist, verliere ich die Hoffnung, auf dem Weg zu sein. Das heißt unter Hoffnung verstehe ich letztlich noch immer nur die Hoffnung, mir zu entgehen. Diese Hoffnung ist mein Gefängnis.

Wer einmal über sechzig ist, hat es gelernt, Fragen zu beantworten mit treffenden Antworten auf Fragen, die nicht gestellt sind; so entsteht der Eindruck geistiger Regsamkeit.

Wir wollten Arbeitskräfte und es kamen Menschen.

Einst hatten wir Zeit! Ich weiß nicht, wer sie uns genommen hat. Ich weiß nicht, wessen Sklaven wir sind. Wir leben wie die Ameisen, drüben im Abendland.

Es sind die kleinen Rechthabereien, die eine große Liebe zermürben.

Kunst hat mit Geschmack nichts zu tun. Kunst ist nicht da, dass man sie schmeckt.

Wer sich nicht mit Politik befasst, hat die politische Parteinahme, die er sich sparen möchte, bereits vollzogen: er dient der herrschenden Partei.

Warum ich Schriftsteller bin: weil Schreiben noch eher gelingt als Leben, und weil für diesen Versuch, das Leben schreibend zu bestehen, der Feierabend nicht ausreicht.

Der Unterschied zwischen einem Pferd und einem Autor: das Pferd versteht die Sprache der Pferdehändler nicht.



— Max Rudolf Frisch (1911 - 1991) war ein Schweizer Dramatiker, Romancier und Architekt.


— Die Arbeiten von Frisch konzentrierten sich auf Probleme von Identität, Individualität, Verantwortung, Moral und politischem Engagement. Sein Gebrauch von Ironie ist ein bedeutendes Merkmal seiner Veröffentlichungen.

Mit Theaterstücken wie „Biedermann und die Brandstifter“ (Untertitel: Ein Lehrstück ohne Lehre, 1949) oder „Andorra“ (1961) sowie mit seinen drei bekannten Romanen „Stiller“ (1954), „Homo Faber“ (1957) und „Mein Name sei Gantenbein“ (1964) erreichte Frisch ein breites Publikum und fand Eingang in den Schulkanon.

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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
Sprüche und Zitate von bekannten Dramatikern, Lyrikern, Dichtern, Aphoristikern, Romanciers, etc.