Zitate von Michel Foucault

— Die besten Zitate (33), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Michel Foucault" (FR; Wissenschaftler)

— Bekanntes Zitat:

Der wahre Skandal von Galileis Werk war nicht so sehr die Wiederentdeckung, das sich die Erde um die Sonne dreht, sondern die Konstituierung eines unendlichen und unendlich offenen Raumes; dergestalt, dass sich die Ortschaft des Mittelalters gewissermaßen aufgelöst fand: der Ort einer Sache war nurmehr ein Punkt in ihrer Bewegung, (ÜberGalileo Galilei)

Michel Foucault (* 15. Oktober 1926 in Poitiers; † 25. Juni 1984 in Paris) war ein französischer Philosoph, Historiker, Soziologe und Psychologe.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Michel Foucault Zitate (Berufsgruppe: Wissenschaftler / Land: FR) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Ich schreibe nicht ein Buch, um über einen Sachverhalt das „letzte Wort“ zu dokumentieren; ich schreibe ein Buch, damit andere Bücher möglich sind, nicht unbedingt von mir geschrieben.

Der strategische Gegner ist der Faschismus .... der Faschismus in uns allen, in unseren Köpfen und in unserem Alltagsverhalten, der Faschismus, der uns dazu bringt, die Macht zu lieben, genau das zu begehren, was uns beherrscht und ausbeutet.

Die Aufklärung, welche die Freiheiten entdeckt hat, hat auch die Disziplinen erfunden. (Überwachen und Strafen)

Schulen haben die gleichen sozialen Funktionen wie Gefängnisse und Irrenhäuser - sie definieren, klassifizieren, verwalten und regulieren Menschen.

Es geht nicht darum, die Wahrheit von jeglichem Machtsystem zu befreien – das wäre ein Hirngespinst, denn die Wahrheit selbst ist Macht – sondern darum, die Macht der Wahrheit von den Formen gesellschaftlicher, ökonomischer und kultureller Hegemonie zu lösen, innerhalb derer sie gegenwärtig wirksam ist.

Die Menschen wissen was sie tun; häufig wissen sie, warum sie das tun, was sie tun; was sie aber nicht wissen, ist, was ihr Tun tut.

Unsere Gesellschaft bewahrt kaum eine Erinnerung daran, daß das entscheidende Kunstwerk, um das man sich bemühen, der entscheidende Bereich, auf den man ästhetische Werte anwenden muss, man selbst, das eigene Leben, die eigene Existenz ist. Wir finden das in der Renaissance, aber in einer etwas akademischen Form, und dann wieder im Dandyismus des 19.Jahrhunderts, aber das waren nur Episoden.

Insgesamt wird Macht eher ausgeübt als besessen.

Das Wort Subjekt hat einen zweifachen Sinn: vermittels Kontrolle und Abhängigkeit jemandem unterworfen sein und durch Bewusstsein und Selbsterkenntnis seiner eigenen Identität verhaftet sein. Beide Bedeutungen unterstellen eine Form von Macht, die einen unterwirft und zu jemandes Subjekt macht

Ich bin kein Hellseher. Ich bin nur da, um Fenster einzusetzen, wo vorher Wände waren.

Diese ironische Heroisierung der Gegenwart, dieses verwandelnde Spiel der Freiheit mit der Wirklichkeit, diese asketische Ausarbeitung seiner selbst – Baudelaire glaubt nicht, daß sie einen Ort in der Gesellschaft selbst haben können. Sie können nur an einem Ort produziert werden, den Baudelaire Kunst nennt.

Wo Macht ist, ist auch Widerstand.

Alle Systeme, die der Bildung dienen, sind ein politisches Instrument, um die Fähigkeit des Redens aufrechtzuerhalten oder zu modifizieren, samt des Wissens und der Macht, die damit einhergehen.

Du musst ein Held sein, um der Moral unserer Zeit ins Gesicht zu sehen.

Das ist das Faszinierende an den Gefängnissen, daß sich die Gewalt nicht verbirgt, nicht maskiert, daß sie sich als eine bis in die letzten Details ausgeklügelte zynische Tyrannei darstellt und daß sie andererseits vollkommen «gerechtfertigt» ist, da sie in eine Moral eingebettet ist: ihre brutale Tyrannei ist die ungetrübte Herrschaft des Guten über das Böse, der Ordnung über die Unordnung. (Von der Subversion des Wissens)

Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, genau zu wissen, wer oder was ich bin. Das Hauptinteresse am Leben und Arbeiten ist es, jemand anderes zu werden, als du es am Anfang warst.

Der homo oeconomicus ist nicht derjenige, der sich seine eigenen Bedürfnisse und die Gegenstände, die sie mildern können, repräsentiert. Er ist derjenige, der sein Leben verbringt, verbraucht und verliert, indem er versucht, der Drohung des Todes zu entgehen. (Die Ordnung der Dinge)

Der Marxismus ruht im Denken des neunzehnten Jahrhunderts wie ein Fisch im Wasser. Das heißt: überall sonst hört er auf zu atmen. (Die Ordnung der Dinge)

Die Bedürfnisse und der Austausch der Produkte, die jene befriedigen können, sind stets das Prinzip der Ökonomie: sie sind ihr Motor und setzen ihre Grenzen. Die Arbeit und ihre Teilung sind nur Auswirkungen davon. (Die Ordnung der Dinge)

Die Geschichte der Macht sowie die reale Ausübung und Erhaltung derselben bleibt den meisten verborgen. Mit Wissen hat das nichts zu tun. Das sollte niemand wissen.

Die Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man bewahrt oder verliert; die Macht ist etwas, was sich von unzähligen Punkten aus und im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen vollzieht. (Sexualität und Wahrheit)

Es gibt im Leben Augenblicke, da die Frage, ob man anders denken kann, als man denkt, und auch anders wahrnehmen kann, als man sieht, zum Weiterschauen und Weiterdenken unentbehrlich ist. (Quellen der Weisheit)

Ist es nicht das Eigentümliche des Eifers, sich in seine Sorge einzuschließen, seine Sorge zu übertreiben, sich in seiner Hartnäckigkeit zu betäuben und der Anziehungskraft vorauszueilen, während diese aus ihrer Verborgenheit nur zum Verborgenen spricht? (Von der Subversion des Wissens)

Macht ist ein produktives Prinzip in der Gesellschaft. Sie bringt Wissen hervor, erschafft durch ihre Kontrolle das Individuum und ganze Institutionen und Techniken.

Man muss wohl auch einer Denktradition entsagen, die von der Vorstellung geleitet ist, daß es Wissen nur dort geben kann, wo die Machtverhältnisse suspendiert sind, daß das Wissen sich nur außerhalb der Befehle, Anforderungen, Interessen der Macht entfalten kann. Vielleicht muss man dem Glauben entsagen, daß die Macht wahnsinnig macht und daß man nur unter Verzicht auf die Macht ein Wissender werden kann. (Überwachen und Strafen)

Politik ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. (Verteidigung der Gesellschaft)

Was ist so erstaunlich an der Tatsache, dass unsere Gefängnisse starke Ähnlichkeit zu unseren Fabriken, Schulen, Kasernen und Krankenhäusern haben, wenn all diese unseren Gefängnissen ähnlich sind?

Wenn das Wissenwollen heute seine größten Ausmaße annimmt, so nähert es sich nicht einer universellen Wahrheit; es verleiht dem Menschen keine sichere und ruhige Herrschaft über die Natur; im Gegenteil, es vervielfältigt die Gefahren, es zerstört die schützenden Illusionen; es vernichtet die Einheit des Subjekts; es befreit in ihm alles, was auf seine Auflösung hinarbeitet. (Von der Subversion des Wissens)

Vielleicht ist es heutzutage nicht mehr das Ziel, zu entdecken, wer wir sind, sondern das zurückzuweisen, was wir sind.

Wichtig ist, so glaube ich, daß die Wahrheit weder außerhalb der Macht steht noch ohne Macht ist [...]. Die Wahrheit ist von dieser Welt; in dieser wird sie aufgrund vielfältiger Zwänge produziert, verfügt sie über geregelte Machtwirkungen. Jede Gesellschaft hat ihre eigene Ordnung der Wahrheit, ihre allgemeine „Politik der Wahrheit“ [...].

Der Naturforscher ist der Mann des strukturierten Sichtbaren und der charakteristischen Benennung, er ist jedoch nicht der Mann des Lebens.



— Paul-Michel Foucault (1926 - 1984) war ein französischer Philosoph, Historiker, Soziologe und Literaturkritiker.


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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Wissenschaftler") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
Sprüche und Zitate von bekannten Chemikern, Physikern, Mathematikern, Biologen, Forschern, etc.