Zitate von Thomas Bernhard

— Die besten Zitate (39), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Thomas Bernhard" (AT; Schriftsteller)

— Bekanntes Zitat:

Wenn das Publikum keine Alpträume hat, ist ihm sofort langweilig.

Thomas Bernhard (* 9. Februar 1931 in Heerlen, Niederlande; † 12. Februar 1989 in Gmunden, Oberösterreich) war ein österreichischer Schriftsteller.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Thomas Bernhard Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: AT) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Der Nichtstuer als der Geistesmensch ist in den Augen derer, die unter Nichtstun tatsächlich nichts tun verstehen, weil in ihnen während des Nichtstuns tatsächlich Garnichts vorgeht die größte Gefahr und also der Gefährlichste.

Die Schriftsteller sind Übertreibungsspezialisten.

Das Leben ist ein Prozess, den man verliert, was man auch tut und wer man auch ist.

Ab und zu hat der Denkende die Pflicht in das Weltgeschehen einzugreifen [...].

Es gibt ja nichts Verlogeneres, als diese Geburtstagsfeiern, zu welchen sich die Menschen hergeben, nichts Widerwärtigeres als die Geburtstagsverlogenheit und die Geburtstagsheuchlerei.

Menschen, die ein Gespräch führen wollten, waren mir schon immer verdächtig. Gut reden kann man mit einfachen Leuten.

Wenn man die Gemeinheit der Bewohner mit der Schönheit der Landschaft verrechnet, kommt man auf Selbstmord. (über Österreich)

Jeder Mensch hat seinen Weg, und jeder Weg ist richtig.

Ich sehne mich immer nach dem Alleinsein, aber bin ich allein, bin ich der unglücklichste Mensch.

Wir haben uns mit der Zeit angewöhnt, alles in uns geheim zuhalten, jedenfalls das, was wir denken, das wir uns zu denken getrauen, um nicht umgebracht zu werden, denn wie wir wissen, wird umgebracht, wer sein Denken nicht geheim halten kann.

Alles Geschriebene ist Fälschung.

Ausgerechnet der Mensch ist unmenschlich.

Dem Sport ist zu aller Zeit und vor allem von allen Regierungen aus gutem Grund immer die größte Bedeutung beigemessen worden: er unterhält und benebelt und verdummt die Massen, und vor allem die Diktatoren wissen, warum sie immer und in jedem Fall für den Sport sind.

Männer reden immer über das gleiche: über ihren Beruf und über Frauen.

Der Zorn ist eine Folge der immer noch viel zu hohen Temperaturen der Schöpfung.

Es ist nichts zu loben, nichts zu verdammen, nichts anzuklagen, aber es ist vieles lächerlich; es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt.

Das Dämonische in uns ist ein immerwährender vaterländischer Kerker, in dem die Elemente der Dummheit und der Rücksichtslosigkeit zur tagtäglichen Notdurft geworden sind.

Wenn wir keine eigenen Zähne mehr haben, bekommen wir erst so richtig Lust zuzubeißen.

Der, der aus Verzweiflung hinausrennt, wird nachher noch betitelt: „den hab’n wir los jetzt“.

Die Kunst des Nachdenkens besteht in der Kunst, das Denken genau vor dem tödlichen Augenblick abzubrechen.

Wir müssen den Papst von Angesicht zu Angesicht sehen und persönlich feststellen, dass er alles in allem ein genauso hilflos-grotesker Mensch ist, wie alle anderen auch, um es aushalten zu können.

Die Mentalität der Österreicher ist wie ein Punschkrapfen: Außen rot, innen braun und immer ein bisschen betrunken.

Ich fürchte mich nicht mehr. Ich fürchte mich nicht mehr, was kommen wird. Mein Hunger ist ausgelöscht, meine Qual ist ausgetrunken, mein Sterben macht mich glücklich.

Letzten Endes kommt es nur auf den Wahrheitsgehalt der Lüge an.

Überhaupt hatten wir den Horowitz-Kurs nur deshalb fortsetzen können, weil wir aus der Stadt ausgezogen sind, die im Grunde die kunst- und geistfeindlichste ist, die man sich denken kann, ein stumpfsinniges Provinznest mit dummen Menschen und kalten Mauern, in welchen mit der Zeit alles zum Stumpfsinn gemacht wird, ausnahmslos. [...] Die Salzburger waren immer fürchterlich wie ihr Klima und [...] heute [...] ist alles noch viel fürchterlicher.

Preisen will ich Dich mein Gott
in der Verlassenheit
und alle Angst verweht
und jeder Tod schenkt mir der Augen Licht.

In meiner Kindheit liebte ich Erbsensuppe aufs Höchste, verehrte Geschmack und Farbkraft in höchstem Ausmaß. Ich liebte Erbsensuppe im Grunde wie keine andere Suppe.

Das geheim gehaltene Denken ist das Entscheidende.

Wir bestehen nur aus Ideen, die in uns aufgetaucht sind und die wir verwirklichen wollen, die wir verwirklichen müssen, weil wir sonst tot sind, so Roithamer. Jede Idee und jede Verfolgung einer Idee in uns ist das Leben, so Roithamer, Ideenlosigkeit ist der Tod.

Am besten, man lebt in einer nicht zu schönen Gegend. Weil einem sonst nichts einfällt.

Das Geschäft der Kunsthistoriker ist das übelste Geschäft, das es gibt, und ein schwätzender Kunsthistoriker und es gibt ja nur schwätzende Kunsthistoriker, gehört mit der Peitsche verjagt.

Die Kunst ist das Höchste und das Widerwärtigste gleichzeitig.

Die Lehrer verderben die Schüler, das ist eine jahrhundertealte Tatsache, und die österreichischen Lehrer insbesondere verderben in den Schülern vor allem von Anfang an den Kunstgeschmack.

Jeder Mensch ist ein einmaliger Mensch und tatsächlich, für sich gesehen, das größte Kunstwerk aller Zeiten.

Genie ist eine Verkrüppelung.

Jeder Mensch, der etwas verkauft, das es nicht gibt, wird angeklagt und verurteilt. Die Kirche verkauft Gott und den Heiligen Geist seit zwei Jahrtausenden in aller Öffentlichkeit völlig ungestraft.

Das Leben ist eine immer dichter werdende Folge von Finsternissen.

Vor allem die Diktatoren wissen, warum sie immer und in jedem Fall für den Sport sind: er unterhält, benebelt und verdummt.



— Nicolaas Thomas Bernhard (1931 - 1989) war ein österreichischer Schriftsteller.


— Dss Werk von Bernhard gilt als die bedeutendste literarische Leistung seit dem Zweiten Weltkrieg und er ist als einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegszeit anerkannt.

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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
Sprüche und Zitate von bekannten Dramatikern, Lyrikern, Dichtern, Aphoristikern, Romanciers, etc.