Zitate von Karl Kraus

— Die besten Zitate (138), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Karl Kraus" (AT; Schriftsteller)

Die Persönlichkeit hat ein Recht zu irren. Der Philister kann irrtümlich recht haben.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Karl Kraus Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: AT) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Die Medizin: Geld her und Leben!

Der Unterschied zwischen den Psychiatern und den anderen Geistesgestörten, das ist etwa das Verhältnis von konvexer und konkaver Narrheit.

Der Nationalismus, das ist die Liebe, die mich mit den Dummköpfen meines Landes verbindet, mit den Beleidigern meiner Sitten und den Schändern meiner Sprache.

Der Journalismus ist ein Terminhandel, bei dem das Getreide auch in der Idee nicht vorhanden ist, aber effektives Stroh gedroschen wird.

Phantasie macht nicht Luftschlösser,
sondern Luftschlösser aus Baracken.

Und wenn wir Deutschen Gott und sonst nichts in der Welt fürchten, so respektieren wir selbst ihn nicht um seiner Persönlichkeit willen, sondern wegen des Geräusches seiner Donner.

Krieg - das ist zuerst die Hoffnung, dass es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, dass es dem anderen schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, dass es dem anderen auch nicht besser geht, und hernach die Überraschung, dass es beiden schlechter geht.

Der größte Unterschied zwischen Deutschen und Österreichern ist die gemeinsame Sprache.

Wenn man es nicht kann, dann ist ein Roman leichter zu schreiben als ein Aphorismus.

Die Zeitung ist die Konserve der Zeit.

Was zu gunsten des Staates begonnen wird, geht oft zu ungunsten der Welt aus.

Das Chaos sei willkommen, denn die Ordnung hat versagt.

Das Vorurteil ist ein unentbehrlicher Hausknecht, der lästige Eindrücke von der Schwelle weist. Nur darf man sich von seinem Hausknecht nicht selber herauswerfen lassen.

Bevor man das Leben über sich ergehen lässt, sollte man sich narkotisieren lassen.

Kunst ist etwas, was so klar ist, dass es niemand versteht.

Er hatte so eine Art sich in den Hintergrund zu drängen, dass es allgemein Ärgernis erregte.

Vervielfältigung ist insofern ein Fortschritt, als sie die Verbreitung des Einfältigen ermöglicht.

In keiner Sprache kann man sich so schwer verständigen wie in der Sprache.

Hass muss produktiv machen, sonst ist es gleich gescheiter zu lieben. (Quelle: Kraus, Pro domo et mundo, 1919)

Die stärkste Kraft reicht nicht an die Energie heran, mit der manch einer seine Schwäche verteidigt.

Was mich immer tief alteriert hat, das ist die Selbstverständlichkeit, mit der die meisten Menschen ihr Gesicht tragen.

Künstler haben das Recht, bescheiden, und die Pflicht, eitel zu sein.

Kriege und Geschäftsbücher werden mit Gott geführt.

Klerus und Krieg: Man kann auch den Mantel der Nächstenliebe nach dem Wind hängen.

Ich schnitze mir den Gegner nach meinem Pfeil zurecht. (Quelle: Sprüche und Widersprüche, 1909)

Ehre und Konvention sind die Bausteine der Gesellschaft, und die Lüge ist der Kitt.

Die Deutschen sitzen an der Tafel einer Kultur, bei der Prahlhans Küchenmeister ist. (Quelle: Kraus, Sprüche und Widersprüche; 1909)

Das erotische Vergnügen ist ein Hindernisrennen.

Schein hat mehr Buchstaben als Sein.

Manche Talente bewahren sich die Frühreife bis ins späte Alter. (Quelle: Nachts. Aphorismen, 1924)

Die Einsamkeit wäre ein idealer Zustand, wenn man sich die Menschen aussuchen könnte, die man meidet.

Der Unsterbliche erlebt die Plage aller Zeiten.

Wenn ich manche Leute zurückgrüße, so geschieht das nur, um ihnen ihren Gruß zurückzugeben.

Manche teilen meine Ansichten mit mir, aber ich nicht mit ihnen.

Ich mische mich nicht gern in meine Privatangelegenheiten.

Friseurgespräche sind der unwiderlegliche Beweis dafür, dass die Köpfe der Haare wegen da sind.

Es gibt Menschen, die heiser werden, wenn sie ununterbrochen acht Tage lang mit keinem ein Wort gesprochen haben.

Die Sprache entscheidet alles, sogar die Frauenfrage. Dass der Name eines Weibes nicht ohne den Artikel bestehen kann, ist ein Argument, das der Gleichberechtigung widerstreitet. Wenn es in einem Bericht heißt, »Müller« sei für das Wahlrecht der Frauen eingetreten, so kann es sich höchstens um einen Feministen handeln, nicht um eine Frau. Denn selbst die emanzipierteste braucht das Geschlechtswort.

Dem Bedürfnis nach Einsamkeit genügt es nicht, dass man an einem Tisch allein sitzt. Es müssen auch leere Sessel herumstehen. Wenn mir der Kellner so einen Sessel wegzieht, auf dem kein Mensch sitzt, verspüre ich eine Leere und es erwacht meine gesellige Natur. Ich kann ohne freie Sessel nicht leben.




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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
Sprüche und Zitate von bekannten Dramatikern, Lyrikern, Dichtern, Aphoristikern, Romanciers, etc.