Zitate von Karl Kraus

— Die besten Zitate (138), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Karl Kraus" (AT; Schriftsteller)

Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Misstrauensvotum gegen den lieben Gott.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Karl Kraus Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: AT) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben.

Das Feigenblatt des Neides ist sittliche Entrüstung.

Als die christliche Nacht hereinbrach und die Menschheit auf Zehen zur Liebe schleichen musste, da begann sie sich dessen zu schämen, was sie tat.

Satiren, die der Zensor versteht, werden mit Recht verboten.

Bildung ist das, was die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben.

Die Welt ist ein Gefängnis, in dem Einzelhaft vorzuziehen ist.

Polemik soll den Gegner um seine Seelenruhe bringen, nicht ihn belästigen.

Der Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb.

Der Historiker ist nicht immer ein rückwärts gekehrter Prophet, aber der Journalist ist immer einer, der nachher alles vorher gewusst hat.

Der Scharfsinn der Polizei ist die Gabe, alle Menschen eines Diebstahls für fähig zu halten, und das Glück, daß sich die Unschuld mancher nicht erweisen lässt.

Der Übermensch ist ein verfrühtes Ideal, das den Menschen voraussetzt.

Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, daß er die Menschen schlechter machen kann.

Ein Feuilleton schreiben heißt auf einer Glatze Locken drehen.

Zum Teufel mit dem Geschwätz über die sexuelle Aufklärung der Jugend! Sie erfolgt noch immer besser durch den Mitschüler, der im Lesebuch das Wort »Horen« anstreicht, als durch den Lehrer, der die Sache als eine staatliche Einrichtung erklärt, die so wichtig sei und so kompliziert wie das Steuerzahlen.

Der Sport ist ein Sohn des Fortschritts, und er trägt schon auf eigene Faust zur Verdummung der Familie bei.

Die anständigen Frauen empfinden es als die größte Dreistigkeit, wenn man ihnen unter das Bewusstsein greift.

Die Menschheit verdummt zugunsten des maschinellen Fortschrittes, und wir sollten uns diesen nicht einmal zunutze machen?

Viele Frauen möchten mit Männern träumen, ohne mit ihnen zu schlafen. Man mache sie auf das Unmögliche dieses Vorhabens nachdrücklich aufmerksam.

Es kommt nicht bloß auf das Äußere einer Frau an. Auch die Dessous sind wichtig.

Das Übel gedeiht nie besser, als wenn ein Ideal davorsteht.

Gute Aussichten sind wertlos. Es kommt darauf an, wer sie hat.

Diplomatie ist ein Schachspiel, bei dem die Völker matt gesetzt werden.

Der Anspruch auf den Platz an der Sonne ist bekannt. Weniger bekannt ist, daß sie untergeht, sobald er errungen ist.

Das Geheimnis des Agitators ist, sich so dumm zu machen, wie sei ne Zuhörer sind, damit sie glauben, sie seien so gescheit wie er.

Wo nehm ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen?

Tugend und Laster sind verwandt wie Kohle und Diamant.

Den Leuten ein X für ein U vormachen - wo ist die Zeitung, die diesen Druckfehler zugibt?

Vor der Wahrheit der Kunst ist die Wirklichkeit nur eine optische Täuschung.

Sozialpolitik ist der verzweifelte Entschluß, an einem Krebskranken eine Hühneraugenoperation vorzunehmen.

Sexuelle Aufklärung ist insoweit berechtigt, als die Mädchen nicht früh genug erfahren können, wie die Kinder nicht zur Welt kommen.

Schauspielkunst: Früher waren die Dekorationen von Pappe und die Schauspieler echt. Jetzt sind die Dekorationen über jeden Zweifel erhaben und die Schauspieler von Pappe.

Intoleranz: Den Hut vor der Monstranz zu ziehen, ist bei weitem keine so große Genugtuung, wie ihn jenen vom Kopf zu schlagen, die andersgläubig oder kurzsichtig sind.

Ich verlange von einer Stadt, in der ich leben soll: Asphalt, Straßenspülung, Haustorschlüssel, Luftheizung, Warmwasserleitung. Gemütlich bin ich selber.

Ich glaube nicht, dass die Italiener in der Frauenpsychologie über die Erkenntnis „la donna è mobile“ hinausgekommen sind.

Gäbe es keine Politik, so hätte der Bürger bloß sein Innenleben, also nichts, was ihn ausfüllen könnte.

Feuilletonisten und Friseure haben gleich viel mit den Köpfen zu schaffen.

Ein Sittlichkeitsprozeß ist die zielbewußte Entwicklung einer individuellen und allgemeinen Unsittlickeit, von deren düsterem Grunde sich die erwiesene Schuld des Angeklagten leuchtend abhebt.




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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
Sprüche und Zitate von bekannten Dramatikern, Lyrikern, Dichtern, Aphoristikern, Romanciers, etc.