Zitate von Gottfried Benn

— Die besten Zitate (79), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Gottfried Benn" (DE; Schriftsteller)

— Bekanntes Zitat:

Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint.

Gottfried Benn (* 2. Mai 1886 in Mansfeld, Brandenburg; † 7. Juli 1956 in Berlin) war ein deutscher Arzt, Dichter und Essayist.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Gottfried Benn Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: DE) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Wir erfanden den Raum, um die Zeit totzuschlagen, und die Zeit, um unsere Lebensdauer zu motivieren.

Im Gedicht ist die Sprache zur Ruhe gebracht, und der Mensch lebt, gestillt, für einen Augenblick im Schweigen.

Wir hängen an unseren Neurosen, sonst hätten wir gar nichts mehr.

Intellektualismus heißt keinen anderen Ausweg aus der Welt finden, als sie in Begriffe zu bringen.

Treue ist ein so ungeheurer innerer Prozess, daß man ihn überhaupt nicht lehren oder verkünden kann.

Es gibt nur zwei verbale Tendenzen: die mathematischen Lehrsätze und das Wort als Kunst. Alles andere ist Geschäftssprache, Bierbestellung.

Leben ist Brückenschlagen
über Ströme, die vergehen.

Das Wort des Lyrikers vertritt keine Idee, vertritt keinen Gedanken und kein Ideal, es ist Existenz an sich, Ausdruck, Miene, Hauch.

Wen Bier hindert, der trinkt es falsch.

Worte, Worte - Sustantive. Sie brauchen nur die Schwingen zu öffnen und Jahrtausende entfallen ihrem Flug.

Hoffen heißt: vom Leben falsche Vorstellungen haben.

Die Tradition, die die Schöpfung dem Menschen zu tragen übergab, heißt: Geist.

Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort.

Wie man sich bettet, so liegt man, und keiner deckt einen zu.

Ich sehe jetzt ein, warum Nietzsche aphoristisch schrieb. Wer keinen Zusammenhang mehr sieht, keine Systematik, kann nur noch episodisch verfahren.

Ach, hinter Rosenblättern versinken die Wüsten, die Welt.

Gedichte und Verstehen haben nichts miteinander zu tun.

Nihilismus als Verneinung von Geschichte, Wirklichkeit, Lebensbejahung ist eine große Qualität, als Realitätsleugnung schlechthin bedeutet er eine Verringerung des Ichs.

Leiden heißt an Bewusstsein leiden, nicht an Todesfällen.

Ein Gedicht entsteht überhaupt sehr selten - ein Gedicht wird gemacht.

Es gibt Gedankengänge von einer Aussichtslosigkeit, die bewusstseinsraubend ist. Das ist so, da ist nichts zu machen.

Es hat sich allmählich herumgesprochen, daß der Gegensatz von Kunst nicht Natur ist, sondern gut gemeint; Stil ist eine bösartige Neubildung, eine letale.

Kommt, reden wir zusammen - wer redet, ist nicht tot . . .

Ich finde schon Gehen eine unnatürliche Bewegungsart, Tiere laufen, aber der Mensch sollte reiten oder fahren.

Real sind wirklich nur die Schatten der Dinge, nicht sie selbst, sie Schatten, die sie im schöpferischen Geiste werfen.

Die deutsche Form der Revolution ist die Denunziation.

Niemand ist ohne Gott, das ist menschenunmöglich, nur Narren halten sich für autochthon und selbstbestimmend, jeder andere weiß, wir sind geschaffen. Allerdings: alles andere liegt im Dunkeln.

Das kommende Jahrhundert wird die Männerwelt in einen Zwang nehmen, vor eine Entscheidung stellen, vor der es kein Ausweichen und keine Emigration gibt. Es wird nur noch zwei Typen, zwei Konstitutionen, zwei Reaktionsformen zulassen: Diejenigen, die handeln und hoch wollen, und diejenigen, die schweigend die Verwandlung erwarten, die Geschichtlichen und die Tiefen, Verbrecher und Mönche - und ich plädiere für die schwarzen Kutten.

Die Ehe ist doch eine Institution zur Lähmung des Geschlechtstriebes, also eine christliche Einrichtung.

Ein Wort, ein Satz: aus Chiffren steigen erkanntes Leben, jäher Sinn . . . Ein Wort - ein Glanz, ein Flug, ein Feuer, ein Flammenwurf, ein Sternenstrich - und wieder Dunkel, ungeheuer, im leeren Raum um Welt und Ich.

Die Öffentlichkeit ist der Gestank einer Senkgrube und die Politik das Gebiet von Reduzierten.

Stil ist der Wahrheit überlegen, er trägt in sich den Beweis der Existenz. Form: in ihr ist Ferne, in ihr ist Dauer.

Eigentlich ist alles im männlichen Sitzen produziert worden, was das Abendland so sein Höheres nennt.

Entweder Hure oder sofort geheiratet werden - das ist die Provinz.

Aber wenn der Mann danach ist, dann kann der erste Vers aus dem Kursbuch sein und der zweite eine Gesangbuchstrophe und der dritte ein Mikoschwitz und das Ganze ist doch ein Gedicht.

Wer der Gegenwart nichts zu bieten vermag, sagt Geschichte.

Lieber lächerlich als bürgerlich.

Große Kunst wird zwar immer aus sich alleine entstehen, aber ein Volk für sie fähig zu erhalten, dazu bedarf es einer gewissen Pflege von Wissen und einer Erziehung zu gedanklicher Aufmerksamkeit.

Kunst ist etwas (so) Körperliches wie der Fingerabdruck.



— Gottfried Benn (1886 - 1956) war ein deutscher Arzt, Dichter und Essayist.


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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Schriftsteller") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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