Zitate von Franz Marc

— Die besten Zitate (42), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Franz Marc" (DE; Künstler)

— Bekanntes Zitat:

Es gibt keine »Gegenstände« und keine »Farbe« in der Kunst, sondern nur »Ausdruck«.

Franz Marc (* 8. Februar 1880 in München; † 4. März 1916 in Braquis bei Verdun, Frankreich) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Franz Marc Zitate (Berufsgruppe: Künstler / Land: DE) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Die Kunst ist heute nicht mehr dazu da, den Menschen zu großen oder kleinen Vorwänden zu dienen. Die Kunst ist metaphysisch, wird es sein; sie kann es erst heute sein.
Die Kunst wird sich von Menschenzwecken und Menschenwollen befreien.

Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig. Gelb ist das weibliche Prinzip, sanft, heiter und sinnlich. Rot die Materie, schwer und brutal und stets die Farbe, die von den anderen Farben bekämpft werden muss.

Neue Ideen sind nur durch ihre Ungewohnheit schwerverständlich.

Ich werfe jeden Tag mehr auf den Scheiterhaufen des Unwesentlichen, – das Schöne bei diesem Tun ist das, dass das Wesentliche dabei nicht kleiner, enger wird, sondern gerade mächtiger und großartiger.

Die Kunst in ihrer reinsten Form ist immer die kühnste Trennung zwischen der Natur und der »Naturalität« gewesen. Sie ist die Brücke zur geistigen Welt.

Ihr Denken hat ein anderes Ziel. Durch ihre Arbeit ihrer Zeit Symbole zu schaffen, die auf die Altäre der kommenden geistigen Religion gehören und hinter denen der technische Erzeuger verschwindet.
(Über die Mitglieder der Neuen Künstlervereinigung München. ›Die Wilden Deutschlands‹; 1911)

Aber dennoch! dennoch! gibt es heute eine furchtbarere Verantwortung, als Maler zu sein? Gut, wirklich „gut“ malen zu müssen?

Kunst ist nichts als der Ausdruck unseres Traums; Je mehr wir uns ihr hingeben, desto mehr nähern wir uns der inneren Wahrheit der Dinge und unserem Traumleben, dem wahren Leben, das Fratzen verachtet und nicht sieht.

Man fingert nicht kurzsichtig an dem Bilde der Natur herum, sondern sieht ganz weit hintan nach dem Geist, der das einzig Lebendige und Mögliche an dem allen ist.

Mangel an Optimismus ist Mangel an Wunschkraft.

Dass der Wille zur Form unsere Definition für Kunst ist, brauche ich wohl kaum zu sagen.
Kunst ist niemals etwas anderes als Wille zur Form. Aber etwas anderes ist nötiger zu sagen: Kunst als Wille zur Form ist nur ganz selten da; nur dann, wenn eine neue Zeit reif ist, geformt zu werden, Form zu werden.

Natur ist überall, in uns und außer uns; es gibt nur etwas, das nicht ganz Natur ist, sondern vielmehr ihre Überwindung und Deutung: die Kunst.

Malerei ist Ankommen an einem anderen Ort.

Wozu neue Bilder und neue Ideen? Was kaufen wir uns dafür? Wir haben schon zu viel alte, die uns auch nicht freuen, die uns Erziehung und Mode aufgedrängt hat.

Die ersten Werke einer neuen Zeit sind unendlich schwer zu definieren – wer kann klar sehen, auf was sie abzielen und was kommen wird?

Es gibt so wenig Menschen, die Konsequenzen zu ziehen imstande sind, – darin liegt’s.

Es ist merkwürdig, wie geistige Güter von den Menschen so vollkommen anders gewertet werden als materielle. [...] Es ist wahnsinnig schwer, seinen Zeitgenossen geistige Geschenke zu machen.

Niemand darf sich im Glauben, dem Wesentlichen näher zu sein, überheben; ich bin immer noch lieber gegen andere gutgläubig als gegen mich selbst.

Die kommende Kunst wird die Formwerdung unserer wissenschaftlichen Überzeugung sein.

Wie kannst du eigentlich im Evangelium lesen und doch Angst haben? Lies deinen Nerven aus dem Evangelium vor, dann müssen sie doch ruhig werden...

Auch der geniale Fluchtversuch der Deutschen in die Musik brachte nicht die Befreiung.
Die Musik blieb unsere platonische Liebe zur Wahrheit, zum Absoluten.
Nichts konnten wir mit ihr erfassen und zu uns niederzwingen. Sie ging, wie sie gekommen war, ein deutscher Traum der absoluten Formen, der einer europäischen Wirklichkeit um zwei Jahrhunderte voraus erschienen ist.
Das unsägliche Glücks- und Zukunftsgefühl der deutschen Musiker können nur Deutsche ermessen.

Der größte Trost der Geschichte war von jeher, dass die Natur durch allen verlebten Schutt hindurch immer neue Kräfte emporschiebt.

Wir zerlegen heute die keusche, immer täuschende Natur und fügen sie nach unserem Willen wieder zusammen.
Wir blicken durch die Materie, und der Tag wird nicht ferne sein, an dem wir durch ihre Schwingungsmasse hindurchgreifen wie durch Luft.
Stoff ist etwas, das der Mensch höchstens noch duldet, aber nicht anerkennt.

Ganz große Taten entstehen immer unbewusst, unter kleinen Vorwänden. Der Mensch ist nicht Gott genug, Geschichte zu wollen. Aber er macht sie.

Ich sah das Bild, das in den Augen des Teichhuhns sich bricht, wenn es untertaucht: Die tausend Ringe, die jedes kleine Leben einfassen, das Blau der flüsternden Himmel, das der See trinkt, das verzückte Auftauchen an einem anderen Ort - erkennt, meine Freunde, was Bilder sind: das Auftauchen an einem anderen Ort.

Blau ist die einzige Farbe, bei der ich mich wohl fühle.

Die Kunst geht heute Wege, von denen unsere Väter sich nichts träumen ließen; man steht vor den neuen Werken wie im Traum und hört die apokalyptischen Reiter in den Lüften; man fühlt eine künstlerische Spannung über ganz Europa, – überall winken neue Künstler sich zu: ein Blick, ein Händedruck genügt, um sich zu verstehen!

Gott schuf die Welt und stellte sie zur Diskussion.

Die Zukunft gibt immer den Schaffenden recht. Die Schaffenden geben immer der Zukunft recht, aber niemals der Gegenwart, die für sie immer schon Vergangenheit ist.
Sie stürzen die Vergangenheit auch nicht mit frevelhaften Händen um, sondern mit feierlichen Werken.

Wie armselig seelenlos ist unsere Konvention, Tiere in eine Landschaft zu setzen, die unseren Augen zugehört, statt uns in die Seele des Tieres zu versetzen, um dessen Bilderkreis zu erraten.

Sie mit ihren kubistischen und sonstigen Programmen werden nach schnellen Siegen an ihrer eigenen Äußerlichkeit zugrunde gehen. (Über die Kubisten)

Auch die Wissenschaft ist nicht ein Ziel, sondern eine Art unseres Geistes.

Wir sind nicht zu Richtern über unsere Mitmenschen bestellt, sondern zu Freunden.

In unserer Epoche des großen Kampfes um die neue Kunst streiten wir als „Wilde“, nicht Organisierte gegen eine alte, organisierte Macht.

Der Kampf scheint ungleich; aber in geistigen Dingen siegt nie die Zahl, sondern die Stärke der Ideen. Die gefürchteten Waffen der „Wilden“ sind ihre neuen Gedanken; sie töten besser als Stahl und brechen, was für unzerbrechlich galt.

Wer weiß, wie lange die Pause in der Kunst dauern wird. (1914)

Kandinskys Kunst ist ebenso prophetisch wie seine Worte, - die einzige wirklich  prophetische in unserem Kreis ("Der Blaue Reiter").
Kandinsky ist der eigentliche Mittelpunkt der ganzen Bewegung.

Tradition verhält sich zur Kunst wie das Werk zu seinem Schöpfer. Das Werk legt Zeugnis vom Geiste seines Schöpfers ab. Traditionen sind eine schöne Sache; aber nur das Traditionen schaffen, nicht: von Traditionen leben.

Kunst ist immer nur Erkenntnis und Bejahung des Glaubens. Brauchbarkeit, Genuss, Glück liegen auf der äußersten Peripherie des Kunstempfindens, wo die Kunst verdünnt und verschlechtert ein höchst ärmliches Dasein führt.

Über Kunst kann man nicht »reden«, höchstens über die Mittel.

Ich weiß von so vielen und gerade meinen stärkeren Sachen absolut nicht mehr, wie sie entstanden sind; ich wundere mich, dass ich sie gemacht habe, und sie beunruhigen mich.



— Franz Moritz Wilhelm Marc (1880 - 1916) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.


— Franz Marc gilt neben Wassily Kandinsky als bedeutender Vertreter des Expressionismus und war er Mitbegründer der Redaktionsgemeinschaft „Der Blaue Reiter“ (1918). Dieser ging aus der Neuen Künstlervereinigung München hervor, in der Marc kurzzeitig Mitglied war.

Seine frühen Werke waren noch dem naturalistischen Stil des Akademismus verhaftet. Doch nach einem Abstecher nach Paris widmete er sich nach einem Jahr 1907 dem Postimpressionismus unter dem Einfluss von Gauguin und van Gogh. Zwischen 1910 und 1914 verwendete er Stilelemente des Fauvismus, Kubismus, Futurismus und Orphismus, trennte sich in seinem Werk jedoch nicht vollständig vom Gegenstand. In dieser Zeit entstanden seine bekannten Gemälde, die hauptsächlich Tiermotive zum Inhalt haben wie „Der Tiger“, „Blaues Pferd I“, „Die gelbe Kuh“, „Der Turm der blauen Pferde“ oder „Tierschicksale“. Marcs erste abstrakte Gemälde wie „Kleine Komposition I“ und „Kämpfende Formen“ entstanden 1913 und 1914. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er eingezogen und fiel zwei Jahre später vor Verdun.

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