Zitate von Ernst Bloch

— Die besten Zitate (72), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Ernst Bloch" (DE; Philosoph)

Es gibt mystischen Nebel, doch ebenso gibt es einen Nebel der Unwissenheit, dem alles, was er nicht versteht, bereits mystisch vorkommt und damit abgetan ist.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Ernst Bloch Zitate (Berufsgruppe: Philosoph / Land: DE) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Der Aberglaube an die automatische Wirkung der Einsicht kommt außerhalb der schematischen Propaganda nur noch bei alten Mathematiklehrern vor.

Nur still - da geht einer in sich. Das bessert ihn, wie er meint. Doch das merkt niemand, bleibt er darin zu lange. Er tritt dann oft nur auf sich selber herum.

Es gibt nur Karl May und Hegel - alles dazwischen ist eine unreine Mischung.

So ist der Satz Thomas Manns, dass Schriftsteller Leute seien, denen das Schreiben schwerer fällt als anderen, auch dahin variierbar, dass Philosophen das Denken schwerer fällt als anderen.

Die Menschen haben keinen aufrechten Gang, wenn das gesellschaftliche Leben noch schiefliegt.

Merkwürdigerweise, bedeutsamerweise teilt Hegel, sonst ein Freund der interesselosen Minerva, weder den formalistischen Standpunkt, noch den der Illusion; die Kunst ist ihm kein erkenntnisloses Als-Ob.

Man lebt nicht, um zu leben. Sondern weil man lebt und hat sich dies Weil nicht ausgesucht.

Der menschliche Hunger ist selten einstöckig, wie der der Tiere, und was er isst, schmeckt nach mehr.

Kunst ist absolute Endlichkeit, auch dort, wo sie, wie in allen ihren bedeutenden Äußerungen, transparent ist.

Woher stammt nur der Aberglaube, dass die Wahrheit sich selber Bahn breche?

Als der und jener scheint zwar jeder schon da. Aber keiner ist, was er meint, erst recht nicht, was er darstellt. Und zwar sind nicht zu wenig, sondern zu viel von Haus aus für das, was sie wurden. Später gewöhnen sie sich an die Haut, in der sie nicht nur stecken, sondern in die man sie auch noch gesteckt hat, beruflich oder wie sonst.

Dasjenige, was im Schwange ist, findet seine Mitläufer nicht so sehr, weil es modisch als weil es vorteilhaft ist.

Heimat ist ein Ort, an dem noch niemand gewesen ist.

Zeit ist nur dadurch, dass etwas geschieht, und nur dort, wo etwas geschieht.

Nur ein Atheist kann ein guter Christ sein, nur ein guter Christ kann ein Atheist sein.

Altwerden bezeichnet also nicht nur eine wünschenswerte Zeitstrecke, auf der möglichst viel erlebt worden ist, möglichst viel in seinem Ausgang erfahren werden kann. Altwerden kann auch ein Wunschbild dem Zustand nach bezeichnen: das Wunschbild des Überblicks, gegebenenfalls Ernte.

Dienen und der Zwang zu gefallen sind im weiblichen Leben verwandt, denn das Gefallen macht gleichfalls dienstbar.

So ist Kunst Nicht-Illusion, denn sie wirkt in einer Verlängerungslinie des Gewordenen, in seiner gestalt-gemäßeren Ausprägung.

Werden bedeutet immer, dass ein Etwas wird, gestaltet wird. Und Gestalten: Es bedeutet schon sprachlich das Zeitwort von Gestalt, sachgemäß ihr formendes Geschehen.

Karl May ist einer der besten deutschen Erzähler, und er wäre vielleicht der beste schlechthin, wäre er eben kein armer, verwirrter Proletarier gewesen.

Nichts vergessen, alles verwandeln.

Homo semper tiro: der Mensch ist immer ein Lernender, die Welt ist ein Versuch, und der Mensch hat ihm zu leuchten.

Ist die Liebe selber eine Reise in gänzlich neues Leben, so wird der Wert der Fremde, der gemeinsam erfahrenen, durch sie verdoppelt.

Die einzige Sprache, die jeder versteht, ist die Sprache des menschlichen Gesichts.

Das Leben aller Menschen ist von Tagträumen durchzogen, darin ist ein Teil lediglich schale, auch entnervende Flucht, auch Beute für Betrüger, aber ein anderer Teil reizt auf, lässt mit dem schlecht Vorhandenen sich nicht abfinden, lässt eben nicht entsagen. Dieser andere Teil hat das Hoffen im Kern, und er ist lehrbar.

Auf tausend Kriege kommen nicht zehn Revolutionen.

Dem Gebrauch des Feuers folgte das bewusste Herstellen von Werkzeugen, um aus Rohstoffen, die unbearbeitet selten taugen, Kleider, Haus, gekochte Speisen und immer neues Plus gegen die nackte Not zu bilden. Überlegende Arbeit trieb erst den Menschenstamm geschichtlich hoch, ließ ihn das Nötigste sich probend zurechtlegen; Not lehrte zuerst das Denken.

Man nimmt sich mit, wohin man geht.

Geschultes Selbstdenken nimmt nichts als fix und fertig hin, weder zurechtgemachte Fakten noch totgewordene Allgemeinheiten noch gar Schlagworte voll Leichengift.

Die Ware will lackiert sein. Der Käufer mit ihr. So gefällt ihm, was er sich gefallen lässt.




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Ein Zitat eines berühmten Autors (zum Beispiel aus der Kategorie "Philosoph") kann durchaus dazu motivieren, die eigenen Ideen & Geistesblitze zu schärfen und präziser zu formulieren, und damit zum Nachdenken anzuregen:
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