Zitate von Elias Canetti

— Die besten Zitate (51), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Elias Canetti" (DE; Schriftsteller)

— Bekanntes Zitat:

Elias Canetti (* 25. Juli 1905 in Russe, Fürstentum Bulgarien; † 14. August 1994 in Zürich) war ein Schriftsteller und Aphoristiker deutscher Sprache.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Elias Canetti Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: DE) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Immer zierlicher die Uhren, immer gefährlicher die Zeit.

Feig, wirklich feig ist nur, wer sich vor seinen Erinnnerungen fürchtet.

Man weiß nie, was daraus wird, wenn die Dinge verändert werden. Aber weiß man denn, was draus wird, wenn sie nicht verändert werden?

Die Tage werden unterschieden, aber die Nacht hat einen einzigen Namen.

Wie leicht sich das sagt: sich selber finden! Wie man erschrickt, wenn es wirklich geschieht!

Die Vorstellung, dass einem das Leben geschenkt worden ist, erscheint mir ungeheuerlich.

Wer von all seinen Gewohnheiten Kenntnis nähme, wüßte nicht mehr, wer er ist.

Wie oft muss man sagen, was man ist, bis man es wirklich wird?

Sehr schwer ist es, nicht mehr zu sagen, als man sagen will.

Erfolg hört nur auf Applaus. Für alles andere ist er taub.

Als ob man wissen könnte, welcher guten Tat ein Mensch fähig ist! Man weiß ja auch nicht, welcher schlechten.

Das Gefährliche an den Verboten: dass man sich auf sie verlässt, dass man nicht darüber nachdenkt, wann sie zu ändern wären.

Das Gefährlichste an der Technik ist, dass sie ablenkt, vom dem, was den Menschen wirklich ausmacht, vom dem, was er wirklich braucht.

Wer zu wenig Menschen kennt, kennt bald nur noch Teufel.

Einer, der sein ganzes Leben nie ein schlechtes Wort über jemanden gesagt hat. Wie muß er sich selber zugerichtet haben!

Die Vögel tanzen, wenn sie zusammen nach Afrika fliegen. Ihre Rhythmen, feiner und voller als die unseren, entstammen dem Flügelschlag. Sie stampfen den Boden nicht, aber sie schlagen die Luft, die ist ihnen gut gesinnt. Uns aber haßt die Erde.

Das Schwerste: immer wieder entdecken, was man ohnehin weiß.

Ich kann Menschen mit Kastenstolz irgendwelcher Art nicht ernst nehmen, ich betrachte sie wie exotische, aber etwas lächerliche Tiere.

Ich bewegte mich auf hundert Wegen zugleich, ohne hören zu müssen, daß dieser oder jener bequemer, ergiebiger, einträglicher zu befahren sei. Es kam auf die Dinge selber an und nicht auf ihren Nutzen.

Alles Ferne nahm mich in Anspruch, was in einer bloßen halben Stunde zu erreichen war und in der unerwünschten Richtung, war wie die Hinterseite des Mondes, unsichtbar, nicht vorhanden. Man meint sich für die Welt zu öffnen und zahlt dafür mit Blindheit in der Nähe.

Es gibt keine größere Illusion als die Meinung, Sprache sei ein Mittel der Kommunikation zwischen Menschen.

Ich habe noch nie von einem Menschen gehört, der die Macht attackiert hat, ohne sie für sich zu wollen.

Man mag drei- oder viertausend Menschen gekannt haben, man spricht aber immer nur von sechs oder sieben.

Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist.

Es ist wichtig, alle großen Gedanken wiederzusagen, ohne zu wissen, dass sie schon gesagt worden sind.

Selbstanklagen machen nichts besser. Je tiefer sie greifen, umso verlässlicher enden sie in Selbstzufriedenheit.

Vergiß nicht, daß du für manche so dumm bist, wie der Dümmste für dich.

Gottes Herzschlag in uns: die Angst.

Warum sind nicht mehr Leute aus Trotz gut?

Kriege werden um ihrer selbst willen geführt. Solange man sich das nicht zugibt, werden sie nie wirklich zu bekämpfen sein.

Es gibt keinen starken Wunsch, für den man nicht zahlen muss. Doch sein höchster Preis ist, dass er in Erfüllung geht.

In einer wirklich schönen Stadt lässt sich auf die Dauer nicht leben - sie nimmt einem die Sehnsucht.

Wenn ihr nackt gegeneinander antreten müsstet, würde euch das Schlachten schwerer fallen. - Die mörderischen Uniformen.

Der Beweis ist das Erb-Unglück des Denkens.

Man kann einem Menschen nichts Böseres tun, als sich ausschließlich mit ihm zu beschäftigen.

Er möchte ganz von vorn beginnen. Wo ist vorn?

Manche Sätze geben ihr Gift erst nach Jahren her.

Es gibt keinen Schmerz, der nicht zu übertreffen wäre, das einzig Unendliche ist der Schmerz.

Das Vielsinnige des Lesens: Die Buchstaben sind wie Ameisen und haben ihren eigenen geheimen Staat.

Prinzip der Kunst: mehr wiederfinden als verlorengegangen ist.

Das Furchtbarste so sagen, dass es nicht mehr furchtbar ist, dass es Hoffnung gibt, weil es gesagt ist.

Es mag nicht immer wichtig sein, was man täglich denkt. Aber ungeheuer wichtig ist, was man täglich nicht gedacht hat.

Ein niederschmetternder Gedanke: dass es vielleicht überhaupt nichts zu wissen gibt; dass alles Falsche nur entsteht, weil man es wissen will.

Wenn die Menschen vom Leben und Treiben in ihnen auch nur die leistete und unverbindlichste Ahnung hätten, würden sie vor vielen Worten und Redensarten zurückschaudern wie vor Gift.

Tiere sind schon darum merkwürdiger als wir, weil sie ebenso viel erlebt haben, es aber nicht sagen können. Ein sprechendes Tier wäre nicht mehr als ein Mensch.

Glaube keinem, der immer die Wahrheit spricht.

Frei bist du, wo man dich nicht liebt.

Ist jeder gut zum Sterben? Man kann es nicht sagen. Es müsste jeder erst länger leben.

Er legt Sätze wie Eier, aber er vergisst, sie zu bebrüten.



— Elias Canetti (1905 - 1994) war ein in Bulgarien geborener, deutschsprachiger Schriftsteller und Aphoristiker.


— Canetti war der älteste Sohn einer wohlhabenden sephardisch-jüdischen Kaufmannsfamilie und wuchs in Russe (Bulgarien), Manchester (England) und Wien auf.
Er studierte ab 1924 Chemie an der Wiener Universität ohne viel Interesse für das Fach (Promotion 1929). Nebenher ging er seinen eigentlichen Interessen nach, die ein breites Spektrum an literarischen und philosophischen Themen umfassten.

Canetti besuchte vier Jahre lang die Vorlesungen des Kritikers und Satirikers Karl Kraus, den er (wie viele seiner Zeitgenossen) geradezu fanatisch verehrte.

Er verbrachte auf Einladung einer Freundin den Sommer 1928 in Berlin, und knüpfte dort Kontakte zur intellektuellen Szene, u.a. zu Bertolt Brecht.
Der Kontrast zwischen dem gemütlichen Wien und dem „Irrenhaus“ Berlin regte ihn zu seinem Roman „Die Blendung“ an, den er 1930/31 schrieb, der 1935 veröffentlicht wurde und 1946 in einer viel beachteten englischen Übersetzung erschien.

Für diesen Roman erhielt er 1981 den Nobelpreis für Literatur: „für Schriften, die von einer breiten Perspektive, einer Fülle von Ideen und künstlerischer Kraft geprägt sind“.

Nach dem Anschluss Österreichs ans „Dritte Reich“ emigrierte Canetti mit seiner Frau Veza (1897 – 1963; geb. Venetiana Taubner-Calderon) zur Jahreswende 1938/1939 über Frankreich nach London. Er konzentrierte sich ganz auf die Recherchen zu seinem lange geplanten Buch „Masse und Macht“ das als sein einziges Werk nach zwanzig Jahren 1960 erschien und zu seiner Enttäuschung kaum auf Resonanz stieß.

Seine Frau Veza verstarb 1963 und 1971 heiratete er die Kunstrestauratorin Hera Buschor und zog nach Zürich, wo er 1994 im Alter von 89 Jahren starb.

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