Zitate von Angelus Silesius

— Die besten Zitate (165), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Angelus Silesius" (DE; Theologe)

— Bekanntes Zitat:

Es ist doch keine Lust und keine Seligkeit,
die übertreffen kann der Liebe Süßigkeit.

Angelus Silesius (* 25. Dezember 1624 in Breslau; † 9. Juli 1677 ebenda) war ein deutscher Lyriker, Theologe und Arzt.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Angelus Silesius Zitate (Berufsgruppe: Theologe / Land: DE) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Die Welt ist meine See, der Schiffmann Gottes Geist,
das Schiff mein Leib; die Seel’ ist’s, die nach Hause reist.

Der Weise fehlet nie; er trifft allzeit das Ziel:
Er hat ein Augenmaß, das heißet: Wie Gott will.

Was ist nicht sündigen? Du darfst nicht lange fragen:
Geh hin, es werden’s dir die stummen Blumen sagen.

Wie magst du was begehrn?
Du selber kannst allein
Der Himmel und die Erd
und tausend Engel sein.

Die Schrift ist Schrift, sonst nichts. Mein Trost ist Wesenheit,
Und dass Gott in mir spricht das Wort der Ewigkeit.

Gott wohnt in einem Licht,
zu dem die Bahn gebricht: Wer es nicht selber wird
der sieht ihn Ewig nicht.

Ihr Menschen lernet doch vom Wiesenblümelein
Wie ihr könnt Gott gefalln und gleichwohl schöne sein.

Kind! wachs und werde groß: so lange du noch klein,
So lange dünkt dich all’s, was klein ist, groß zu sein.

In jedem ruht ein Bild dess’, was er werden soll, solang er das nicht ist, ist nicht sein Friede voll.

Schließ mich, so streng du willst, in tausend Eisen ein,
ich werde doch ganz frei und angefesselt sein.

Mensch, wenn du so genau das Deine willst beschützen,
so wirst du nimmermehr in wahrem Frieden sitzen.

Entbilde dich, mein Kind, so wirst du Gotte gleich
Und bist in stiller Ruh’ dir selbst dein Himmelreich.

Die Liebe, wenn sie neu, braust wie ein junger Wein:
Je mehr sie alt und klar, je stiller wird sie sein.

Ich sag, es hilft dir nichts, dass Christus auferstanden,
wo du doch liegenbleibst in Sünd und Todesbanden.

Das Kreuz auf Golgatha kann dich nicht von dem Bösen, wo es nicht auch in dir wird aufgericht, erlösen.

Ach Fauler, reg dich doch, wie bleibst du immer liegen!
Fürwahr der Himmel wird dir nicht ins Maul reinfliegen!

Liebe dir ergeb’ ich mich,
Dein zu bleiben ewiglich!

Alles gilt dem Weisen gleich:
er sitzt in Ruh’ und Stille:
geht es nach seinem nicht,
so geht’s nach Gottes Wille.

Wer in dem Nächsten nichts als Gott und Christum sieht,
der siehet mit dem Licht, das aus der Gottheit blüht.

Die Welt ist mir zu eng,
der Himmel ist zu klein:
Wo wird denn noch ein Raum
für meine Seele sein?

Der Glaube, Senfkorn groß, versetzt den Berg ins Meer: denkt, was er könnte tun, wenn er ein Kürbis wär.

Wenn Gott ein Feuer ist, so ist mein Herz ein Herd,
auf welchem er das Holz der Eitelkeit verzehrt.

Ein offenes Auge sieht; tust du eins zu, o Kind, so bist du, Gott zu schauen, mutwillig maulwurfsblind.

Ich weiß nicht, was ich bin,
ich bin nicht, was ich weiß:
ein Ding und nicht ein Ding,
ein Pünktchen und ein Kreis.

Man sagt, die Zeit ist schnell; wer hat sie sehen fliegen? Sie bleibt ja unverrückt im Weltbegriffe liegen.

Kein Tod ist herrlicher, als der ein Leben bringt,
Kein Leben edler als das, was dem Tod entspringt.

Die Braut verdient sich mehr mit einem Kuss um Gott als alle Mietlinge mit Arbeit bis in den Tod.

Mensch! Ein vollkommener Christ hat niemals rechte Freud
auf dieser Welt. Warum? Er stirbet allezeit.

Du selber machst die Zeit,
das Uhrwerk sind die Sinnen,
hemmst du die Unruh nur,
so ist die Zeit von hinnen.

Die Einsamkeit ist not. Doch sei nur nicht gemein,
so kannst du überall in einer Wüste sein!

Der höchste Friede, den die Seele kann genießen,
ist, wenn man sich kann eins mit Gottes Willen wissen.

Der Weise sucht nur eins, und zwar das höchste Gut: ein Narr nach Vielerlei und Kleinem streben tut.

Mensch, wird das Paradies in dir nicht ernstlich sein, so glaube mir gewiss: du kommst nimmer drein.

Mensch, in das, was du liebst, wirst du verwandelt werden, Gott wirst du, liebst du Gott, und Erde, liebst du Erden.

Du willst nicht Sklave sein, und doch ist’s wahr, mein Christ, dass deiner Selbstbegier du vielmal Sklave bist.

Der Abgrund meines Geistes
ruft immer mit Geschrei
den Abgrund Gottes an:
Sag, welcher tiefer sei?

Wer Gott um Gaben bitt’, der ist gar übel dran:
Er betet das Geschöpf und nicht den Schöpfer an.

Die Tugend nackt und bloß kann nicht für Gott bestehen,
sie muss mit Liebe sein geschmückt, dann ist sie schön.

Die Rose, welche hier dein äußeres Auge sieht, die hat von Ewigkeit in Gott also geblüht.



— Angelus Silesius (1624 - 1677) war ein deutscher Lyriker, Theologe und Mystiker.


— Die tiefreligiösen, der Mystik nahestehenden Epigramme von Silesius (lateinisch für Schlesischer Bote / Engel, eigentlich Johannes Scheffler) werden zu den bedeutendsten lyrischen Werken der Barockliteratur gezählt.

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