Zitate von Adalbert Stifter

— Die besten Zitate (81), Sinn-Sprüche und Aphorismen von "Adalbert Stifter" (AT; Schriftsteller)

— Bekanntes Zitat:

Die Kunst eines Volkes ist der Zeiger seiner sittlichen Höhe.

Adalbert Stifter, Pseudonym Ostade, (* 23. Oktober 1805 in Oberplan, Böhmen; † 28. Jänner 1868 in Linz) war ein österreichischer Schriftsteller, Maler und Pädagoge.

— Prägnante Aphorismen, Lakonische Sprüche, Frappierende Lebens-Weisheiten, Pointierte Sentenzen — die besten Adalbert Stifter Zitate (Berufsgruppe: Schriftsteller / Land: AT) — Von Kontemplativ bis Provokativ (siehe auch Gute Zitate).

Ein wirklicher und aufrichtiger Freund ist nächst der treuen Gattin das größte Gut des Herzens, das ein Mann auf dieser Erde haben kann.

Was je Gutes oder Böses über die Menschen gekommen ist, haben Menschen gemacht.

Der Schmerz ist ein heiliger Engel, und durch ihn sind die Menschen größer geworden als durch alle Freuden der Welt.

Die großen Taten der Menschen sind nicht die, welche lärmen. Das Große geschieht so schlicht wie das Rieseln des Wassers, das Fließen der Luft, das Wachsen des Getreides.

Nur die Ruhe in uns selbst lässt uns sorglos zu neuen Ufern treiben.

Durch die Natur wird das Herz des Menschen gemildert und besänftigt.

Das ist das Merkmal des großen und guten Menschen, dass er immer zuerst auf das Ganze und auf andere sieht, auf sich zuletzt.

Es regnet viele Tropfen, ehe man Einsicht gewinnt und die Jahre vergehen.

Es gibt Dinge, die jeder leicht haben kann, nur bücken muß er sich danach.

Die Klarheit seines Innern ist für die Menschen das höchste Gut.

Ich glaube, dass es keine andere Krankheit der Zeit gibt als Unwissenheit und Unredlichkeit, und dass alles Übel, das in jüngster Vergangenheit die Welt heimgesucht hat, allein von diesen zwei Dingen gekommen ist.

Wenn die Jahre wachsen, erkennt man den Wert der Freundschaft immer tiefer.

Das Schöne ist das Sittengesetz in seiner Entfaltung und durch sinnliche Mittel wahrnehmbar.

Macht in Amt und Würde, Größe und Ansehen durch Geburt, ja selbst die glänzendsten Begabungen und Talente sind nichts und verschwinden gegen das einzig Große, was der Mensch zu erreichen vermag: die Rechtschaffenheit und Schönheit des Charakters.

Denn nur der ist reich, der geliebt wird und lieben darf.

Jede Größe ist einfach und sanft, wie es ja auch das Weltgebäude ist, und jede Erbärmlichkeit poltert wie Pistol in Shakespeare, und die Unkraft lärmt auch und schlägt um sich, wie es die Knaben in ihren Spielen tun, wo sie Männer darstellen.

Das Beste aber, was der Mensch für einen anderen tun kann, ist doch immer das, was er für ihn ist.

Es ist die große Zahl der Menschen so, dass sie zuerst ihrer selbst gedenkt, und auch nicht recht ihrer selbst, sondern ihrer Lust.

Wie hat Gott den Menschen beglückt, dass er ihm gab, Liebe empfinden und Liebe schenken zu können! Aber was sage ich, dem Menschen? Die ganze Welt ist auf Liebe gebaut, ein Meer von Liebe ist alles.

Das Mutterherz ist der schönste und unverlierbarste Platz des Sohnes, selbst wenn er schon graue Haare trägt und jeder hat im ganzen Weltall nur ein einziges solches Herz.

Der Mensch kann nicht leben ohne das sittlich Große, ja, wenn es ihm entzogen wird, verlangt er danach mit heftigerem Hunger als nach jedem anderen Dinge dieser Erde.

Was nun die Besteigung des Berges betrifft, so geschieht dieselbe vom Tale aus.

Man muss eben in die Jahre kommen, in denen das Brausen des eigenen Lebens den großen, ruhig wallenden Strom des allgemeinen Lebens nicht mehr überrauscht, dass man dem großen Leben gerecht wird und sein eigenes als ein sehr kleines unterordnet.

Das ist das göttliche und Bewunderungswürdige, dass das feine Menschengemüt, und ich sage, sogar das feine Tiergemüt, weiß, ob man es liebt oder nur seiner bedarf.

Die Kunst ist die irdische Schwester der Religion.

Je mehr die Eltern selber geistig unentwickelt sind, je mehr die Triebe, Leidenschaften und Regungen ihres Körpers über sie herrschen, desto mehr pflanzen sie auch diese Dinge ihren Kindern ein.

Wen die größeren Gegenstände der Liebe verlassen haben, oder wer sie nie gehabt habt, und wer endlich auch gar keine Liebhaberei besitzt, der lebt kaum und betet auch kaum Gott an, er ist nur da.

Vor der Festigkeit der Pflicht, wie sinkt jedes andere Ding der Erde zu Schanden nieder!

Der Künstler macht sein Werk, wie die Blume blüht, sie blüht, wenn sie auch in der Wüste ist und nie ein Auge auf sie fällt.

Es gibt nur eine, eine einzige Liebe, und nach der keine mehr.

Was im Menschen rein und herrlich ist, bleibt unverwüstlich und ist ein Kleinod in allen Zeiten.

Die Familie ist die natürlichste, festeste und innigste Körperschaft. Aus ihr, wenn sie gut ist, geht die höchste Würde des menschlichen Geschlechtes und die größte Vollkommenheit der Staatsform hervor.

Der Künstler hat jenes Ding in seiner Seele, das alle fühlenden Menschen in ihrer Tiefe ergreift, das alle entzückt, und das keiner nennen kann.

Lob von niederen Menschen erschreckt mich, denn ich muss dann auf ihren Wegen gewandelt sein, von mittel mäßigen ist es mir langweilig, von höheren entzückt es mich.

Das höchste irdische Gut ist die Kunst, die Darstellung des Göttlichen im Kleide des Reizes.

Das Paradies liegt allemal in uns, nicht draußen in dem Bau der Welt, der nur durch unser Auge schön wird, und nicht in dem Tun der Menschen, das nur durch unser sittliches Urteil Bedeutung erhält.

Ist denn nicht das Schreiben selbst eine Unterredung mit dem Freunde? Mir wenigstens ist es fast ebenso süß, an ferne Liebe zu schreiben, als von ihnen Briefe zu empfangen.

Die reinigendste, die allerschönste Blume der Liebe, aber nur der höchsten Liebe, ist das Verzeihen, darum wird es auch immer an Gott gefunden und an Müttern. Schöne Herzen tun es öfter schlechte nie.

Ein so kurzer Brief kommt mir vor, als ob zwei Freunde, die sich lange nicht gesehen haben an einem Ort zusammenkämen, sich da einen guten Morgen wünschten und wieder von dannen gingen.



— Adalbert Stifter (1805 - 1868) war ein österreichischer Schriftsteller und Maler.


— Stifter (geb. als: als Albert Stifter; Pseudonym Ostade) war besonders bekannt für seine lebhaften Naturlandschaften, die in seinen Schriften dargestellt sind. Er war lange Zeit im deutschsprachigen Raum beliebt, jedoch im Englischsprachigen Raum fast völlig unbekannt.

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