Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch ...



Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!


Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) war ein deutscher Dichter und Geheimrat (hoher Beamter).


Bedeutung:
In der Natur des Fausts liegt das Streben nach Erkenntnis, die Suche nach Wissen und auch die damit verbundene Unrast und Unzufriedenheit.

Die Wette die er mit Mephisto eingeht, hat daher folgendes zum Inhalt: sollte es dem Teufel gelingen einen Moment / Situation herbeizuführen, mit den Wissenschaftler und vergeistigte Mensch Faust so zufrieden ist, das er den "faustischen" Drang nach Wissen & Erkenntnis zumindest vorläufig vergisst, und lieber im Augenblick verweilen möchte, dann soll seine Seele dem Teufel gehören.



Im Kontext,Faust: Eine Tragödie - Kapitel 7, Studierzimmer:

Faust:

Werd ich beruhigt je mich auf ein Faulbett legen,
So sei es gleich um mich getan!
Kannst du mich schmeichelnd je belügen,
Daß ich mir selbst gefallen mag,
Kannst du mich mit Genuß betrügen –
Das sei für mich der letzte Tag!
Die Wette biet ich!


Mephistopheles:

Topp!


Faust:

Und Schlag auf Schlag!
Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!
Dann mag die Totenglocke schallen,
Dann bist du deines Dienstes frei,
Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,
Es sei die Zeit für mich vorbei!


Mephistopheles:

Bedenk es wohl, wir werden's nicht vergessen.


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